730.000 Euro unterschlagen : Lange Haftstrafe für gierigen Hausverwalter31.07.2026, 15:11Lesezeit: 2 Min.Mit gefälschten Kontoauszügen und erfundenen Rechnungsnummern trickste ein Hausverwalter in Hessen mehr als 50 Eigentümer jahrelang aus. Dafür muss er nun viereinhalb Jahre ins Gefängnis.Ein ehemaliger Hausverwalter ist vom Frankfurter Landgericht wegen Untreue zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Der 46 Jahre alte Mann habe mit hoher krimineller Energie gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter der Großen Wirtschaftsstrafkammer. Bei der Vertuschung seiner Taten sei er „durchaus kreativ“ gewesen. Innerhalb von fünf Jahren hatte der Mann mindestens 730.000 Euro unter anderem von den Inhabern von Eigentumswohnungen veruntreut. Er hatte im Gericht die Taten gestanden und als Motiv „Gier“ angegeben.Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Rechtsanwalt hatte für eine Haftdauer unter vier Jahren plädiert. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, der Angeklagte kann Revision einlegen.Mit seinem in Neu-Anspach im Hochtaunuskreis ansässigen Unternehmen hatte er über 50 Wohnungseigentümergemeinschaften und Einzelgrundbesitzer betreut, vor allem in Frankfurt und im Hochtaunuskreis. Mit erfundenen Rechnungsnummern überwies er spätestens vom Jahr 2021 an von den Verwalterkonten der Eigentümer insgesamt knapp 400 Mal immer wieder Beträge auf sein Privatkonto.Unterlagen und Rechnungen gefälschtDer Mann gab im Gericht zudem zu, auf den Konten seiner Kunden „immer wieder Löcher gestopft“ zu haben, die durch seine illegalen Überweisungen an sich selbst entstanden seien. Wenn etwa für eine Eigentümergemeinschaft eine Handwerkerrechnung in Höhe von 2000 Euro fällig gewesen sei, habe er das Geld von dem Konto eines anderen Objekts überwiesen. Für die jährlichen Kassenprüfungen habe er Kontoauszüge „bearbeitet“ und für die Eigentümerversammlungen „Unterlagen aufgearbeitet“. Zudem habe er Prüfungstermine mit seinen Kunden mit Ausreden immer wieder verschoben.Ende 2025 erstattete der erste Inhaber einer Eigentumswohnung Strafanzeige gegen ihn, weitere folgten. Im Frühjahr 2026 wurde der Mann festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Sein Vermögen wurde eingefroren, es könnte laut Richter bei einem rechtskräftigen Urteil an die Betroffenen ausgezahlt werden.