Boy George wird gewusst haben, welche Entrüstung er hervorrufen würde. Anfang der Woche stellte er seinen Song »We Will Dance Again« ins Netz, einen mithilfe von KI geschriebenen politischen Reggae-Track, in dem er das Vorgehen der israelischen Regierung rechtfertigt und gegen propalästinensische Aktivisten polemisiert.
Der Aufschrei nach der Veröffentlichung war so groß, dass sich der Sänger nun aus einem wichtigen Projekt zurückzog: Er hätte ab Sonntag eine markante Rolle in dem Musical »Jesus Christ Superstar« spielen sollen, einer großen Produktion des Londoner Palladiums. George war für die Figur des König Herod gebucht, viele Tickets dürften von seinen Fans erworben worden sein.In einer Stellungnahme machte der Manager des Musikers jetzt deutlich, dass George auch »aus Respekt vor dem Ensemble und den Produzenten« aus dem Projekt ausgeschieden sei. Vermutlich war auch dort der Unmut groß.
Dass sein Song für eine harsche Kontroverse sorgen würde, war durch die Lyrics programmiert. Zum einen rechtfertigt Boy George das harte Vorgehen der israelischen Streitkräfte in Gaza. Sinngemäß singt er: »Ihr nennt es Genozid, ich nenne es Krieg / Wenn du angegriffen wirst, ist es ein Fall für die Armee / Wird es schmutzig? Darauf kannst du wetten / Wir wissen ja, dass sie uns alle ermorden wollen.«










