Die Liste der Angriffe aus dem Cyberraum ist mittlerweile lang und nun noch etwas länger. Cyberkriminelle knackten jetzt die Server eines bundesweit agierenden IT-Dienstleisters der Hotellerie und verschonten dabei auch die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Aus dem Nordosten flossen ganze Gästebuchungen zahlreicher Hotels und Pensionen ab. Ein Softwareanbieter, der für Dutzende Betriebe gleichzeitig die Buchungsverwaltung übernimmt, wurde damit zur zentralen Schwachstelle einer ganzen Branche.

Dieser Vorfall verdeutlicht einmal mehr, wie verwundbar digitale Lieferketten und zentrale Softwaresysteme in der Tourismusbranche sind – und welche direkten Konsequenzen dies für Betriebe und Gäste hat. Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von MV, Sebastian Schmidt, schlug nach Bekanntwerden umgehend Alarm. Und das zu Recht.

Die Masche danach: Welle von Phishing-Angriffen

Denn die erbeuteten Daten blieben nicht einfach irgendwo auf einem Server liegen. Sie wurden zur Waffe. Gäste erhielten kurz darauf täuschend echte Nachrichten per E-Mail oder WhatsApp, die scheinbar direkt vom gebuchten Hotel stammten. Mit echten Reisedaten, echten Hotelnamen, echten Buchungsdetails. Und mit der Aufforderung, dringend eine Zahlung zu leisten oder sensible Daten nachzureichen. Wer nicht genau hinschaute, tappte prompt in die Falle.