Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers senkt wegen der anhaltend schwachen Entwicklung seiner zur Disposition stehenden Labordiagnostik-Sparte erneut die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. So sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis 2025/26 (per Ende September) nun noch bei 3,5 bis 4,0 Prozent liegen, wie das Unternehmen am Freitag in Erlangen mitteilte. Die Sparte leide unter einem tiefgreifenden Umbau im chinesischen Gesundheitssystem.Bereits im Mai hatte der Konzern seine Umsatzprognose gesenkt. Anleger reagierten enttäuscht, die Aktie büßte am Freitag zum Handelsstart gegen den freundlichen Gesamttrend mehr als 2 Prozent ein, konnte danach aber die Verluste reduzieren und notierte zuletzt nur noch 0,5 Prozent schwächer.

Umsatz enttäuscht, Aufträge robustDagegen profitierte das zum Technologiekonzern Siemens gehörende Unternehmen von einer Rückerstattung von US-Einfuhrzöllen, die unrechtmäßig erhoben ⁠worden ⁠waren. Der Konzern erhöhte die Gewinnprognose und erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,35 bis 2,45 Euro. Das sind jeweils 15 Cent mehr als zuvor in Aussicht gestellt.

Im dritten Quartal wuchs Siemens Healthineers ​vergleichbar nur noch ‌um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro Umsatz. Das war weniger als Analysten erwartet hatten. Wachstumstreiber war das Segment Precision Therapy mit der US-Krebsbehandlungs-Tochter Varian.Das ‌bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schnellte dagegen wegen der Zolleffekte um 16 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro ‌nach oben. Hier hatten ​die Experten ‌mit einem Rückgang gerechnet.