Der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen kurbelt das Geschäft von Amazon an. Die Cloudtochter Amazon ​Web Services (AWS) beschleunigte ihr Wachstum. „AWS boomt“, sagte Andy Jassy (58), der Chef des weltgrößten Onlinehändlers, bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse am Donnerstag. Die überraschend ‌starken Zahlen dämpften die Sorgen einiger Anleger, dass sich die milliardenschweren Investitionen in neue Rechenzentren nicht auszahlen.

AWS steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Dies sei das stärkste Wachstum seit 18 Quartalen, betonte Jassy. Analysten hatten mit einem Plus von rund 31 Prozent gerechnet.Cloudsparten der Rivalen wuchsen stärkerDie Cloudsparten der Konkurrenten Google und Microsoft wuchsen allerdings um 82 beziehungsweise 43 Prozent. Ein weiterer Wermutstropfen ​der Amazon-Bilanz war der Mittelabfluss von 7,6 Milliarden Dollar durch die hohen Kosten für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Google verbrannte im gleichen Zeitraum ⁠fast 6 Milliarden Dollar.

Amazon-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street dennoch um rund 9 Prozent. „Die Sorgen, dass AWS Marktanteile verlieren könnte, haben sich zerstreut“, sagte Portfoliomanager Dan Morgan vom Vermögensverwalter Synovus. Die Amazon-Tochter könne ihre Position ‌als weltgrößter Cloudanbieter behaupten. „Die KI-Flut hebt alle Boote.“Wegen der zunehmenden Verbreitung von KI ​und des rasant wachsenden Bedarfs ‌an Rechenleistung werden die Investitionen in KI-Infrastruktur 2026 um mehr als 60 Prozent auf 822 Milliarden Dollar steigen, prognostizieren die Experten der Beratungsfirma Gartner. Die Analysten der Bank Morgan Stanley rechnen damit, dass diese Summe im kommenden Jahr auf mehr als eine Billion Dollar anwachsen wird.