Um eine Fusion mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX zu ermöglichen, soll Tesla eine Abspaltung seines China-Geschäfts erwägen. Das berichtet die US-Zeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Person. Führungskräfte des Elektroautoherstellers seien beauftragt worden, die Vorbereitung für eine solche Abspaltung zu treffen. Elon Musk, Chef beider Unternehmen, wies den Bericht am Freitag umgehend zurück. Es handele sich um „absurde Fake News“. Entsprechende Pläne seien in Diskussionen nie aufgekommen.SpaceX unterliegt strengen Sicherheitsanforderungen, weil das Unternehmen mit seinem Satellitenprogramm einer der wichtigsten Auftragnehmer des US-Militärs ist. Damit ist fraglich, ob eine Fusion ohne eine Abspaltung des China-Geschäfts von Tesla eine Freigabe erhalten würde.China ist der zweitwichtigste Markt für Tesla, die „Gigafactory“ in Shanghai ist die größte Fabrik des Konzerns und steht für mehr als die Hälfte aller produzierten Fahrzeuge. Viele davon gehen in den Export. In der Kombination aus Produktionsstandort und Absatzmarkt ist das Reich der Mitte für Tesla ähnlich entscheidend wie für deutsche Hersteller, etwa Volkswagen oder Mercedes.Musk hat schon öfter Unternehmen fusioniertMusk hatte Spekulationen über eine solche Fusion zuletzt selbst befeuert. Die Unternehmen würden „konvergieren“ und sich „überlappen“, sagte er in einem Investorencall anlässlich der Vorlage der Tesla-Geschäftszahlen. Über eine Fusion könne er sich aber nicht in einem solchen Call äußern, sagte er. Musk hat seine Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder neu strukturiert. Sein KI-Unternehmen xAI übernahm die Plattform X, das frühere Twitter. Anfang dieses Jahres ging xAI dann in SpaceX auf.SpaceX legte im Juni dieses Jahres den größten Börsengang der Geschichte hin und erzielt an der Börse eine Marktkapitalisierung von knapp 1,5 Billionen Dollar. Tesla bringt 1,2 Billionen Dollar Börsenwert auf die Waage.Mit seinem China-Geschäft schlägt sich Tesla weit besser als fast alle anderen ausländischen Marken. Unter den zehn erfolgreichsten Elektroautoherstellern des Landes ist Tesla der einzige Ausländer. Während deutsche Autohersteller in China stark verlieren, legte Tesla zuletzt deutlich zu. Die Auslieferungen, einschließlich des Exports, stiegen im ersten Halbjahr um 28 Prozent auf 470.000 Einheiten.Innerhalb Chinas ging es zwar auch für Tesla leicht bergab, aber deutlich weniger stark als für den Gesamtmarkt. Der Export legte dagegen rasant zu. Im ersten Halbjahr lieferte Tesla knapp 230.000 Fahrzeuge aus der Shanghai Gigafactory in alle Welt, heißt es in Daten von Automobility, eines Shanghaier Beratungshauses. Damit war das Unternehmen der größte Autoexporteur ohne chinesischen Ursprung. Das Unternehmen denke über Konstruktionen nach, wie dieses Exportgeschäft auch nach einer Abspaltung fortgesetzt werden könnte, schrieb das „Wall Street Journal“.Die chinesische Tesla-Fabrik wurde 2019 in Betrieb genommen. Tesla war der erste ausländische Autohersteller in China, der kein Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner betreiben musste. Die Zusammenarbeit gilt für beide Seiten als höchst erfolgreich. Tesla war damals in einer kritischen Phase, der chinesische Markt stabilisierte den Konzern.Umgedreht verhalf die US-Marke den von der Regierung geförderten Elektroautos zu einem besseren Ruf in China und damit zum Durchbruch. Inzwischen hat der chinesische Hersteller BYD den Konkurrenten Tesla als größten Elektroautohersteller der Welt überholt.
Musk bezeichnet Tesla-Abspaltung in China als Fake-News
Steht Teslas China-Geschäft einer Fusion mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX im Weg? Eine Abspaltung bezeichnet Gründer Musk als „Fake News“.










