PfadnavigationHomeRegionalesHessenKuba-Ara und Kunst - Museen und ihre verborgenen SchätzeStand: 02:26 UhrLesedauer: 4 MinutenDer Kuba-Ara ist seit mehr als 150 Jahren ausgestorben Quelle: Boris Roessler/dpaViele Museen in Hessen haben weitaus mehr Exponate, als sie ausstellen können: Welche Schätze liegen im Fundus? Und wie viel Aufwand wird betrieben, diese dauerhaft zu erhalten?In Hessens Museen gibt es viel zu sehen. Doch oftmals ist es nur ein kleiner Teil aus den Sammlungen. In Depots lagern Schätze wie eine Schimpansenfamilie von 1908, oder ein leerer Bilderrahmen von van Gogh. Was bleibt dem Publikum verborgen? Und was ist bei der Lagerung der Objekte zu beachten? Beispiele aus verschiedenen Häusern.«Depot ist wie eine Herzkammer»«Das Depot ist wie eine Herzkammer, die immer wieder frisches Blut in die Ausstellung pumpt», sagt Justus Lange, Leiter der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel. Das Depot sei ein Fundus, aus dem man schöpfen könne, indem man etwa Stücke in einer Ausstellung austausche. «Es ist immer auch ein Ort, an dem neue Ausstellungen entstehen, der Impulse gibt für immer neue Ideen.»Die Gemäldegalerie umfasse mehr als 2.000 Gemälde. Rund 500 davon würden ausgestellt, 1.500 nicht oder an anderen Orten gezeigt. Alle Werke im Bestand seien in einer Onlinedatenbank erfasst. Überprüft werde das Depot mehrfach im Monat. «Wir gehen durch und gucken, ob alles in Ordnung ist.» Wichtig sei ein stabiles Klima, also eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch Staub werde regelmäßig gewischt.Städel hat leeren Bilderrahmen von van Gogh im DepotIm Depot das Frankfurter Städel werden rund 3.000 Gemälde und Skulpturen sowie mehr als 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken gelagert. «Ein besonders außergewöhnliches Exponat ist der originale, leere Bilderrahmen des Gemäldes "Bildnis des Dr. Gachet" von Vincent van Gogh», sagte eine Sprecherin. Die Kunstwerke werden demnach in speziellen Depots gelagert, die klimatisiert und dunkel sind.Die Städel Sammlung sei nahezu vollständig digitalisiert. «Dadurch sind die Daten jederzeit verfügbar und können für die wissenschaftliche Forschung, den internationalen Austausch mit anderen Museen sowie für Kooperationen genutzt werden», heißt es. Etwa 1.000 Werke aus der Sammlung werden in den Dauerausstellungen des Städel präsentiert. Zudem werden in diesem Jahr rund 230 Werke für 66 Ausstellungen weltweit verliehen - darunter waren etwa Zeichnungen von Raphael an das Metropolitan Museum New York.Museum Wiesbaden holt Schimpansen und Huhn aus dem DepotDas Landesmuseum Wiesbaden hat in seiner Kunstsparte etwa 12.500 Werke im Depot, bei der naturhistorischen Sammlung sind es 1,2 Millionen Objekte. «Das reicht natürlich von einzelnen Insekten und Mineralien bis zu großen Präparaten», erläutert eine Sprecherin.Für die Ausstellung «Brutpflege - Liebe ohne Worte» seien bis auf ein Objekt - eine Froschleiter - alle anderen dem Depot entnommen worden - darunter eine Schimpansenfamilie von 1908 und ein Hammerhuhn von 1875. «Das wir so gut erhaltene Präparate am Haus haben, liegt natürlich daran, dass unsere Depotverwalterin und auch ihre Vorgänger auf gute Lagerbedingungen geachtet haben.»Keltenwelt und Römerkastell wählt Objekte gezielt ausAuch in der Keltenwelt am Glauberg und im Römerkastell Saalburg ist nur ein Teil des Fundmaterials zu sehen. Nicht jeder Fund sei für eine Ausstellung geeignet, erklärt ein Sprecher. So könnten etwa fragile Funde aus Schutzgründen nicht ausgestellt werden. «Nicht jedes Stück eignet sich zudem als Repräsentant einer Fundkategorie. Nicht jedes Objekt kann die an es gerichteten Fragen gleich gut beantworten», sagt er. Zudem werde eine übermäßige Anzahl ähnlicher Objekte in einer Ausstellung vermieden.
Kuba-Ara und Kunst - Museen und ihre verborgenen Schätze - WELT
Viele Museen in Hessen haben weitaus mehr Exponate, als sie ausstellen können: Welche Schätze liegen im Fundus? Und wie viel Aufwand wird betrieben, diese dauerhaft zu erhalten?









