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Peter Sloterdijk: „In der Wirtschaft sammelt sich psychopolitischer Sprengstoff an.“ Foto: Jonas Holthaus/Laif [M] Peter Sloterdijk: „Es läuft auf eine Bottleneck-Wirtschaft hinaus“ Der Philosoph spricht im Interview über die neue Ordnung des Welthandels, das Ende des Liberalismus – und erklärt, warum die Tech-Konzerne Verlierer der eigenen Disruption werden könnten.
Chantemerle-lès-Grignan. Ein Dorf im südfranzösischen Départment de la Drôme, dort, wo die Region langsam in die Provence übergeht. Peter Sloterdijk, 78, bewohnt dort im Sommer ein Landhaus, irgendwo weit im Hinterland. Kein Meer, kein Jetset, keine Palmen. Stattdessen Hügel, Lavendel, Sonnenblumen. Nur ab und an will er – die Ärzte! die Post! – kurz seine Berliner Wohnung aufsuchen. Und mal nach Paris, die Füße vertreten.Erholung sei in diesem Sommer, findet Sloterdijk, ganz besonders nötig. Die Zeiten sind aufgewühlt. Und das macht auch was mit einem Philosophen, der sich immer wieder gern an den aktuellen Verhältnissen reibt.Gerade hat er eine viel beachtete Rede im Pariser Pantheon gehalten. Dort, wo Frankreichs Große ruhen, sollte er sich – einer der wenigen Deutschen, denen diese Ehre zuteilwurde – mit dem Wirken Victor Hugos beschäftigen. Sloterdijk hat es geschafft, trotz verzwickter Zeiten, auch in diesen Kontext ein Zeichen unerschütterlicher Zuversicht zu senden, was in dem Satz gipfelte: „Auch in einer Welt von Rückfällen setzt eine Realpolitik der Humanität sich geduldig durch.“Zuvor war er drei Monate in Deutschland auf Diskussionsreise. Im März hatte er sein neues Buch veröffentlicht, das voll hineinkam in die Aktualität. Es geht um die Neigung moderner Herrscher zum brutalen Fürstensein. Sloterdijk hat dafür in Niccolo Machiavelli gelesen, dessen Werk „Der Fürst“ als Standard für alle bösartigen Führermenschen dient und auch für solche, die es werden wollen.Aufs Cover hat der Suhrkamp Verlag, der Sloterdijk seit Menschengedenken verlegt, einen Donald Trump gedruckt – in der Renaissance-Kleidung des skrupellosen Papstsohnes Cesare Borgia. Das Buch verkauft sich entsprechend gut – mehr als 35.000 Mal, sagt Sloterdijk, als er das Handelsblatt in seinem französischen Domizil empfängt.Peter Sloterdijk: Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute. Suhrkamp, 2026, 189 Seiten, 22 Euro. Foto: SuhrkampDie Menschen hatten viele Fragen an ihn. Auch einige, die ihn erstaunt haben. „Es wird hochselektiv gelesen“, sagt Sloterdijk, während er am Wohnzimmertisch des Hauses sitzt. Draußen pfeift der Mistral und macht ein Terrassengespräch unmöglich. „Dass Menschen aus einem überschaubaren Buch nur jenen Seiten Eingang in sich selbst erlauben, die zu ihrem Mindset passen“, das finde er schon verwunderlich.Dabei überrascht es nicht, dass sich die Deutschen den Geistesmenschen Sloterdijk als Referenzpunkt zur Meinungsbildung suchen. Seit dem Tod von Hans Magnus Enzensberger und von Jürgen Habermas fehle der deutschen Debatte ein intellektuelles Kraftzentrum, beklagte „Die Zeit“ jüngst. Außer Sloterdijk bleibt da nicht viel.Das viel diskutierte Thema seines Fürstenbuchs, der Aufstieg der Autoritären in aller Welt, hat Sloterdijk innerlich schon abgehakt. Auch die innenpolitischen Wirren der Bundesrepublik scheinen hier im französischen Sommerexil weit weg, Sloterdijk winkt bei Fragen nach Merz oder gar Klingbeil ab. Zu klein das alles, signalisiert er. Grundsätzlich wird er im Gespräch dann doch darauf zurückkommen.Eigentlich aber treiben ihn die großen Themen unserer Zeit um: die Schwäche der Demokratie, das Comeback der Geopolitik und die Auswirkungen der KI-Revolution. Darauf will er Antworten finden, aber anders als so viele Betrachter in diesen Tagen nie der Versuchung zur apokalyptischen Weltsicht erliegend.Lesen Sie hier das Interview mit Peter Sloterdijk Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






