Ein Berliner Start-up will die großen amerikanischen und chinesischen sozialen Netzwerke herausfordern. Auf dem Berliner Funkturm präsentierte das Gründerteam von wedium seine Pläne. Nele Meissner, CEO, Mitgründerin und Medienwissenschaftlerin, sagte der Berliner Zeitung, wedium wolle die „europäischen Werte“ im oft rau gewordenen Internet der globalen Player vertreten.

Menschen statt Bots

„Echte Menschen statt Bot-Armeen und ein respektvoller Umgang sind für uns wichtig“, sagte Meissner: „Unser Algorithmus wird nicht Krawall belohnen, sondern Qualität und gut recherchierte Geschichten“, so die Mitgründerin. Zum Start hat das Team 200.000 Euro an Investment eingesammelt. Das Geld kommt unter anderem vom französischen Gründer von Euractiv, Christophe Leclercq, von Achim Schalk von Gerresheimer aus Berlin und einem Münchner Investor.

Das neue Netzwerk setzt auf einen Verifikationsprozess. Ohne Personalausweis, Kamera und Gesichtserkennung gibt es keinen Zutritt: „Wir kommen eigentlich von der Idee des Jugendschutzes“, sagte Meissner. Es sei extrem, wie junge Menschen durch Fake News, Körperfantasien und radikale Gesinnungen manipuliert würden, sagt die Gründerin, die selbst Mutter ist und das Thema aus erster Anschauung kennt.