Gewisse Dringlichkeit ist nicht abzusprechen. Der Präsident möchte flott vorankommen, es gibt viel zu tun. Aber mit Stil, natürlich, wir sind Franzosen, mit dem Baguette unterm Arm, und das Baguette ist noch warm. Die Limousine des Staatsoberhaupts war selten wirklich eine solche, die DS in ihren ursprünglichen Genen tat auch nur so und war doch atemraubend schön. Die neue heißt DS N°7 ÉLYSÉE, hat Blau- und Rotlicht, ist gepanzert, außerdem 25 Zentimeter länger als die der Bourgeoisie zugeführte Version und überhaupt mit einem Löffelchen Raffinesse zusätzlich versehen, über das der Palast und wir Stillschweigen vereinbart haben.Wo Macron nicht teilen möchte, kann doch jedermann zu einer neuen DS greifen, die nach eher zähen vier Jahren Schaffenspause alle Existenzangst beiseitewehen möchte. Geboren wurde wiederum ein SUV, kein Wunder, es macht die Hälfte des Absatzes aus. Die Nummer vor der Ziffer wird nun ausgesprochen, es nennt sich mithin Numéro 7.Es kommt auch auf die inneren Werte an: schickes Interieur, nicht überall mit letzter RaffinesseHerstellerAuf 4,66 Metern präsentieren sich exaltierte Linien bis an den Rand jenes Grats, an dem das Außergewöhnliche in die Übertreibung driftet. Gegenüber dem Vorgänger ist ein Sprung sicht- und spürbar. Der Auftritt passt gut in einen genussvollen Sommerabend zwischen Opéra und Rotonde. Unsere erste Begegnung im französischen Hinterland lässt den Schluss zu auf solides Vorankommen, auf gewisse Talente in Kurven, ohne im Grenzbereich die Physik zu verschieben. Der Aufbau wankt, aber er fällt nicht. Das Leben an Bord fühlt sich angenehm an, die Einrichtung wirkt hübsch eigen und reicht bis zu Massagesitzen und Nackenwärmer.Zu mäkeln haben wir an dem dünnen Lenkradkranz und der etwas flauen Rückmeldung, den spröden Lenkstockhebeln und der lustarmen Gangwippe. Das große Glasdach ohne Verdunkelungsrollo ist schick, nicht funktional, es lässt zu viel erhitzende Sonne hinein. Die Türgriffe im Format einer Salzstange sind auch eher suboptimal. Vorne sitzen wir gut, hinten wegen des Akkus im Boden mit unzureichender Auflage für die Oberschenkel.In der Entwicklungsphase standen alle Ampeln auf Elektro, doch wie überall schlägt auch im Stellantis-Konzern die Realität zu. Deswegen ist ein hybridisierter Benziner hinzuentwickelt worden, spät und halbherzig. Während die Elektriker tun, was sie sollen, schlägt mit Treibstoff ein 1,2 Liter kleines Dreizylinderherz mit 145 PS. Das Mildhybridsystem ist liiert mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Angemessen ist anders. Eine Kräftigungskur sei angeschoben, verlautet aus den Tiefen der Technik.Elan bis zum Schluss. Aber der Ausschnitt über dem Hinterrad bricht den Stil. Das ist die Ladeklappe.HerstellerDerweil werden elektrisch 230, 245 oder 350 PS offeriert, Letzterer statt mit Vorderradantrieb mit Allradantrieb. Aus den Akkus mit 74 oder 97 kWh entspringen 540 bis 740 Kilometer Normreichweite. Laden gelingt mit elf oder 22 kW, schnell sind 160 kW drin, das ist Mittelmaß. Der Hub von 20 auf 80 Prozent Ladestand wird mit 27 bis 31 Minuten angegeben. So entsteht genug Zeit für eine Crêpe, aber ob deswegen gleich die Ladeklappe genauso groß ausfallen muss?Citroën, in deren Dunstkreis wir DS noch immer widerstandsfreudig verorten, war immer unperfekt. Eigen. Anders. Liebenswert. Numéro 7 nähert sich dem Gedanken auf sympathische Weise, obgleich wir entschlossenere Kurskorrekturen im Sinne des Doppelwinkels favorisieren würden. Im Oktober beginnt die neue Reise. Der Hybrid legt um 47.700 Euro los, mit Strom werden zwischen 56.300 und 78.500 Euro aufgerufen.
DS Numéro 7 im Test: Stilvoller SUV mit Elektro
DS meldet sich zurück. Im Präsidentenpalast und im Kreise der Bourgeoisie. Mit einem SUV. Das es voller Überzeugung elektrisch gibt oder mit einem halbherzigen Benziner. Immer aber mit eigenem Stil.






