Im rumänischen Râmnicu Vâlcea, laut Generalstaatsanwaltschaft Bamberg auch als „Hackerville“ aufgrund früherer Fälle von Cyberkriminalität bekannt, haben Strafverfolger Anfang Juli zwei rumänische Staatsbürger festgenommen. Die Verdächtigen sollen zusammen einen Schaden von mehr als 660.000 Euro durch Betrug und Kontoübernahmen beim Online-Autohandel verursacht haben.

Ermittlungsgruppe „Cardealer“

Die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter laufen seit Januar des Jahres in einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe „Cardealer“ wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Dabei kam heraus, dass sich die Täter Zugang zu den Konten seriöser Fahrzeughändler auf Onlineplattformen verschafft haben. Wie die Täter dabei vorgegangen sind, erklären die Ermittler nicht. Mit diesen gekaperten Zugängen haben sie gefälschte Fahrzeuginserate eingestellt. Außerdem fälschten sie Rechnungen bei Fahrzeugverkäufen, sodass das Geld auf von ihnen kontrollierte Konten in Deutschland und Spanien landete und nicht bei den eigentlichen Händlern.

Die Gruppe soll seit September vergangenen Jahres mehrere hundert Händlerkonten übernommen haben. Sie hat damit mehr als 5000 gefälschte Angebote in den Online-Plattformen eingestellt. Den Fahrzeugkäufern entstand dabei ein Schaden von über 660.000 Euro, führen die Ermittler weiter aus. Die Untersuchungen dauern noch an. Die Ermittler werten die sichergestellten Materialien aus und suchen dabei etwa nach Hinweisen zu weiteren Tatbeteiligten.