Drei Monate lang wurde geschraubt und gestrichen, bei laufendem Betrieb. Nun sind die Regale wieder eingeräumt, alles steht an seinem Platz. An diesem Freitag feiert die Buchhandlung Hugendubel in Frankfurt, mit insgesamt 3000 Quadratmetern die größte Filiale im Portfolio des Münchner Familienunternehmens, ihre Neueröffnung.Die Generalüberholung ist dem Buchkaufhaus, das seit 1990 zwischen Biebergasse und Steinweg zu finden ist, gut bekommen. Vor allem im Erdgeschoss wurde kräftig aufgeräumt. Die Kassen sind jetzt gesammelt an einer Stelle, die beiden Eingänge deutlich weniger verstellt als vor dem Umbau. Teppichböden wurden herausgerissen, erneuert und teilweise durch Fliesen und Laminat ersetzt. Die Sitzpolster der Leseinseln, bisher in einem markanten Rot, sind jetzt mit cognacfarbenem Kunstleder überzogen.An den Wänden der Rotunden, die wie der Lichthof über dem Treppenhaus das architektonisch Besondere der Frankfurt-Filiale ausmachen, hängen Akustikpaneele in Holzoptik. Dadurch erhält die Einrichtung eine skandinavische Note, wie die Buchhandlung überhaupt jetzt heller und freundlicher auftritt, wozu sicherlich auch die neue LED-Lichttechnik beiträgt.Mit Spielplatz: die KinderbuchabteilungMichael HinzInhaltlich wurden vor allem in der Kinder- und Jugendbuchabteilung neue Akzente gesetzt. Sie füllt die gesamte Etage im ersten Obergeschoss mit einem großen Manga- und Fantasy-Sortiment. Das Angebot an Graphic Novels, Comics also, die eine einzige lange Geschichte erzählen, wurde ausgebaut. In der Abteilung für die kleineren Kinder steht eine Spielinsel mit Rutsche und Kletterelementen. In der Etage darüber, in der Fach- und Schulbücher verkauft werden und in der die Buchabholung untergebracht ist, gibt es jetzt auch Schulhefte und Stifte.Hingucker in der Abteilung für englische BücherMichael HinzFür einige besonders bekannte Gesellschaftsspiele wie das Musikratespiel Hitster oder das Kartenspiel Uno hat Hugendubel im Erdgeschoss – nach wie vor die klassische Abteilung mit Romanen, Krimis, Bestsellern und den persönlichen Mitarbeiter-Buchempfehlungen – Platz freigeräumt. Die eigentliche Spieleabteilung findet sich aber in einem Seitenarm im ersten Obergeschoss. Dort stehen auch große robuste Spieltische mit Stühlen. Hier sollen Sammeltauschbörsen, Schachturniere und andere Spielformate stattfinden. „Spielen wird immer wichtiger, der Trend lässt nicht nach“, sagt Nina Hugendubel bei einem Rundgang durch das Frankfurt-Haus. Sie führt das Unternehmen mit ihrem Bruder in fünfter Generation.Die Spieltische sollen Kunden auch mieten können. „Wir haben ganz viel vor“, sagt Filialleiter Marlon Nicotera und macht deutlich, dass die Konzepte noch nicht festgezurrt sind. In erster Linie gehe es darum, den Bucheinkauf zum Erlebnis zu machen. Wie gut Aktionen ankommen, hat der Buchhändler auf der Leipziger Buchmesse mit einer Printaktion für Kappen und T-Shirts erfahren. Junge Besucher standen Schlange. In der Frankfurt-Filiale gibt es jetzt auch eine Ecke mit Merchandise-Artikeln.Von der Empore der Spieleabteilung haben Besucher einen schönen Blick nach unten in den Bookshop mit dem gesamten Angebot an englischsprachigen Büchern. Eine komplette Wand ist mit Romanze-Titeln bestückt. Der Hingucker ist der überdimensionierte Nachbau einer roten Telefonzelle, wie man sie aus London kennt. Gegenüber steht eine romantisch geschwungene Parkbank – auserkoren als „Selfie-Point“ in der Buchhandlung. In der nächsten Woche, wenn der Umbau mit vielen Aktionen gefeiert wird, ist sie vermutlich öfter besetzt.Hugendubel, Steinweg 12, Frankfurt; montags bis samstags 9.30 bis 20 Uhr; Cafébetrieb 10.30 bis 19 Uhr.