Im Herbst kicken die Fußball­senioren in Australien. Die taz hat den Torwart der deutschen Ü75-Nationalmannschaft vor dem Training mit seiner Heimmannschaft besucht.

Bernhard Weßling kann im Tor noch problemlos nach rechts und links fliegen, sagt er. Er lässt keine Dosenöffner zu. Später wird der 74-Jährige es der taz beweisen. Jetzt dirigiert er erst mal über den Rasen auf dem Gelände des TSV Bargteheide 1868, nördlich von Hamburg. Er sucht ein Versteck für das Interview.

Es ist ein lauer Mittwochabend, der Tag, nach dem Spanien Frankreich aus der WM gekickt hat. Weßling geht vorbei an Fußballtoren und Rasensprenklern, bis an den Rand eines Spielfelds, das über die Sommerferien gesperrt ist, damit das Gras wachsen kann. Man setzt sich in ein verlassenes Trainerhäuschen. Hierhin verläuft sich heute sonst keiner.

In einer Stunde beginnt Weßlings wöchentliches Training mit der Herren-Ü-60 des TSV Bargteheide. Er würde bloß gerne vermeiden, dass seine Teamkollegen das Interview stören. „Sie müssen sich ein bisschen darauf gefasst machen, dass sie blöde Scherze machen“, hat er schon vorher am Telefon gesagt. Sie machen Witze darüber, dass sie plötzlich mit einem echten Nationaltorwart zusammenspielen.