Mit einer Anhebung des frühestmöglichen Renteneintritts auf 64 Jahre könnte der Staat einer Studie zufolge langfristig mehr als 700 Millionen Euro pro Rentnerjahrgang einsparen. Zugleich könnte eine Anhebung des Mindestalters für Frührentner im Endeffekt höhere Altersbezüge bedeuten, wie die am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab.Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hatte Ende Juni Empfehlungen für die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Langjährig Versicherte können derzeit ab 63 Jahren mit Abschlägen in den Ruhestand gehen, wenn sie mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen. Hier schlägt die Kommission vor, das frühestmögliche Renteneintrittsalter auf 64 Jahre anzuheben.Diese Maßnahme würde den Fiskus der Studie zufolge langfristig um 727 Millionen Euro pro Rentnerjahrgang entlasten. Eine Erhöhung der Abschläge von derzeit 0,3 Prozent pro Monat auf 0,42 Prozent brächte demgegenüber langfristige Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang.Durch die späteren Renteneintritte bliebe dem Arbeitsmarkt der Untersuchung zufolge das Beschäftigungspotenzial von 31.000 Vollzeit-Arbeitskräften erhalten. Auch für die Betroffenen hätte die Reform im Endeffekt finanzielle Vorteile: Weil Abschläge geringer ausfallen und das längere Arbeiten zusätzliche Rentenpunkte bringt, würde die Rente im Schnitt um etwa drei Prozent höher liegen als bisher. (AFP)