Die Vereinten Nationen (UN) haben die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo als die am schnellsten wachsende Ebolakrise jemals bezeichnet. Der UN-Koordinator für Ebola, Julien Harneis, teilte mit, dass die Fälle exponentiell stiegen. „Sie verdoppeln sich alle 20 Tage“, sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Bunia, dem Epizentrum des Ausbruchs. Laut der kongolesischen Regierung haben sich bislang 3442 Personen in dem Land mit dem Virus infiziert, 1521 sind gestorben – also liegt die Sterberate unter den Infizierten bei 44 Prozent.Carl Skau, Exekutivdirektor des World Food Programme (WFP), verglich bei der Pressekonferenz den jüngsten Ebola-Ausbruch mit der bislang verheerendsten Epidemie vor zehn Jahren. Dabei kam es in Westafrika zwischen 2014 und 2016 zu knapp 29.000 Infizierten mit über 11.000 Todesopfern. Skau warnte, dass allein in den vergangenen zwei Monaten im Kongo 1000 Menschen an Ebola gestorben seien, 2014 habe es für diese Anzahl acht Monate gebraucht. „Es verbreitet sich viermal so schnell.“Uganda erklärt den Ausbruch für beendetDie Bedingungen zur Bekämpfung des Virus in Ostkongo sind fatal. Der andauernde Konflikt zwischen der Regierung in Kinshasa und den M23-Rebellen hat schon vor dem offiziellen Ausbruch der Epidemie Mitte Mai zu Millionen Binnenflüchtlingen geführt. Mittlerweile sind fünf Provinzen des Landes von der Epidemie betroffen, darunter die stark umkämpfte Provinz Ituri sowie Nord- und Südkivu. Sie grenzen an Uganda, wo ebenfalls Infektionen festgestellt wurden.Anfang der Woche erklärte die Regierung dort aber den jüngsten Ebola-Ausbruch im Land für beendet. „Ich habe die Ugander jedoch dazu aufgefordert, wachsam zu bleiben“, teilte der Gesundheitsminister Chris Baryomunsi auf der Plattform X mit. „Wir werden unsere Brüder und Schwestern in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin dabei unterstützen, die Ebolaepidemie dort einzudämmen.“Harneis sagte bei der Pressekonferenz der UN, dass die Geschwindigkeit der Infektionen die Menge der Hilfsleistungen bei Weitem übersteige. Es brauche deutlich mehr Mitarbeiter und Ausstattung. „Stattdessen streichen wir Hilfe“, fügte Skau hinzu. Vor einem Jahr habe das WFP noch drei Millionen Menschen in der Region unterstützt, aktuell seien es nur noch eine Million. „1000 Gesundheitszentren wurden aufgrund fehlender Finanzmittel geschlossen“, sagte Skau. Die Lage wird dadurch weiter verschärft, dass in mehreren Gesundheitseinrichtungen in den vergangenen Wochen Ärzte gestreikt haben, weil sie seit Monaten keine Bezahlung erhalten hätten.