Die Europäische Kommission stuft den KI-Chatbot ChatGPT von OpenAI und die Spieleplattform Roblox voraussichtlich bereits im August als sehr große Online-Plattformen (Very Large Online Platforms, kurz VLOP) ein. Das berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Grundlage dafür bildet der Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union. Beide US-Unternehmen überschreiten in der EU mittlerweile die maßgebliche Schwelle von 45 Millionen monatlichen Nutzerinnen und Nutzern. ChatGPT kommt dabei nach eigenen Angaben mit seiner Suchfunktion auf rund 159 Millionen, Roblox auf etwa 48 Millionen.
Mit dieser Einstufung verpflichten die EU-Behörden die Anbieter der Dienste etwa zu Risikoanalysen, unabhängigen Prüfungen, jährlichen Transparenzberichten sowie einer Abgabe an die Kommission. Bei Verstößen gegen die Vorgaben drohen den Konzernen Geldbußen von bis zu sechs Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Eine offizielle Stellungnahme der EU-Kommission liegt bislang nicht vor. OpenAI und Roblox antworteten vorerst nicht auf Anfragen von Bloomberg.
VLOP-Regeln für immer mehr Dienste
Zu den ersten als VLOPs eingestuften Diensten gehörten im Jahr 2023 etwa YouTube, Facebook und Instagram, zuletzt stufte die EU-Kommission Online-Händler wie Shein und Temu als VLOPs ein. Mit OpenAI und der Roblox Corporation rücken nun erstmals KI- bzw. Videospielentwickler ins Visier der EU-Kommission.










