PfadnavigationHomePanoramaWaldbrände in EuropaFeuerwehrleute sterben im Löschfahrzeug eingeschlossen – Brand auf Kreta „außer Kontrolle“Stand: 01:03 UhrLesedauer: 6 Minuten150 Feuerwehrleute und acht Löschflugzeuge kämpfen auf Kreta gegen die FlammenQuelle: Giannis Angelakis/AP/dpaNun werden auch Griechenland und die Türkei von heftigen Waldbränden getroffen. Auf Kreta sterben zwei Feuerwehrleute beim Kampf gegen die Flammen. Der Wind wird auf der Urlaubsinsel zur großen Gefahr.Nach Frankreich und Spanien sind auch Griechenland und die Türkei von schweren Waldbränden getroffen worden. Auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta starben am Mittwoch zwei Feuerwehrleute beim Kampf gegen die Flammen, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde in der Nähe des Hafens Gytheio auf der Halbinsel Peloponnes leblos aufgefunden, die genaue Todesursache war zunächst aber unklar.In mehreren Gegenden des Landes brachen weitere Feuer aus. Ein örtlicher Gemeindevertreter sagte dem Sender ERT, das Feuer auf der Urlaubsinsel Kreta sei „außer Kontrolle“ und bereits mehr als 15 Kilometer lang. Die beiden Feuerwehrleute seien am Rande eines Berges nahe der Stadt Rethymno im Westen von Kreta in ihrem Löschfahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden, berichtete der Sender.Die Feuerwehr auf Kreta entsandte nach eigenen Angaben mehr als 150 Feuerwehrleute und acht Löschflugzeuge zur Bekämpfung der Flammen. „Der Wind ändert ständig die Richtung, man wird sehr schnell eingeschlossen“, sagte der Bürgermeister des Dorfs Agios Vasileios, Yiannis Tatarakis, der Nachrichtenagentur AFP.Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 74 Stundenkilometern wüteten weitere Brände auf den Inseln Paros und Lesbos sowie in den Bezirken Messenien und Lakonien auf der Halbinsel Peloponnes. Den örtlichen Behörden zufolge wurden rund zehn Dörfer auf Paros vorsorglich evakuiert. Auf Lesbos kämpften 50 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge gegen die Flammen in der Nähe einer Mülldeponie.Das Ministerium für Katastrophenschutz gab für Donnerstag die fast höchste Feuerwarnung für mehrere Gebiete aus, darunter Kreta, den Großraum Athen, den Osten der Peloponnes und die meisten Inseln in der Ägäis.So ist die Lage in der TürkeiWaldbrände wüteten auch in mehreren Urlaubsregionen im Nachbarland Türkei, angefacht wurden sie von heftigen Winden. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach am Mittwoch von 90 neuen Brandherden, von denen die meisten aber unter Kontrolle gebracht worden seien.Lesen Sie auchNach seinen Angaben kämpften 3000 Einsatzkräfte in den Provinzen Mugla, Balikkesir, Antalya und Çanakkale im Süden und Westen des Landes gegen die Brände. Zum Einsatz kamen dabei rund 20 Löschflugzeuge, 58 Hubschrauber und 420 Feuerwehrlastwagen.An einem Brandherd in der Provinz Mugla an der Südwestägäis waren fünf Flugzeuge und 18 Hubschrauber, mehr als 90 Fahrzeuge sowie hunderte Einsatzkräfte im Einsatz, wie das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft im Onlinedienst X mitteilte.„Mit den Löschmaßnahmen unserer Teams aus der Luft und am Boden arbeiten wir unermüdlich daran, das Feuer vollständig unter Kontrolle zu bringen“, erklärte das Ministerium. Der Beitrag war mit einem Foto versehen, das einen Hubschrauber vor einem durch Rauch gelb gefärbten Himmel zeigt.Medienberichten zufolge war die Autobahn zwischen den bei Urlaubern beliebten Städten Antalya und Fethiye wegen des Rauchs für den Verkehr gesperrt. Der private Sender NTV berichtete zudem, dass die antike Stätte von Olympos für Besucher nicht mehr zugänglich war. Die Türkei hatte wegen der Waldbrände in Südeuropa je zwei Löschflugzeuge nach Frankreich und nach Spanien entsandt.So ist die Lage in FrankreichIn mehreren Regionen Frankreichs sind während einer Hitzewelle erneut Brände ausgebrochen. Im südfranzösischen Departement Var, wo zuvor bereits Brände gewütet hatten, brach im Bereich der Kleinstadt Brignoles ein Feuer aus, wie das Departement am Abend mitteilte. 600 bis 700 Menschen mussten evakuiert werden und 100 Hektar Fläche gerieten in Brand. Mit 250 Feuerwehrleuten, sieben Löschhubschraubern und vier Löschflugzeugen wurden die Flammen bekämpft.Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet, wo es vor zwei Wochen bereits gebrannt hatte. Evakuierungen waren dort nicht geplant, wie die Zeitung „Ouest-France“ unter Verweis auf die Einsatzkräfte berichtete. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit Unterstützung von Landwirten, die mit ihren Fahrzeugen Wasser für die Löschwagen in den Wald schafften.Ein größerer Brand brach im Burgund in der Gemeinde Couchey in der Nähe der Großstadt Dijon aus. 125 Hektar Fläche wurden bereits in Mitleidenschaft gezogen, teile das Departement am Abend mit. 150 Feuerwehrleute, 78 Löschfahrzeuge und zwei Löschhubschrauber waren im Einsatz. Wegen des gesundheitsgefährdenden Rauchs wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich möglichst nicht draußen aufzuhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten.An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die bislang massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet hatten, kämpfte die Feuerwehr bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und kräftigem Wind gegen neu aufflammende Brandherde. Ein erneutes Ausbreiten des Brandes konnte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot verhindern.„Wenn die Nacht gut verläuft, kann man für die Einwohner und Touristen hinsichtlich des morgigen Tages und der kommenden Tage durchaus optimistischer sein, da günstige Wetterbedingungen vorhergesagt werden“, sagte die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, wie „Ouest-France“ berichtete. Sie äußerte die Hoffnung, „eine Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können“. 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden.Im Zusammenhang mit den Waldbränden wurde eine neue verdächtige Person festgenommen. Wie der französische Innenminister Laurent Nuñez auf X mitteilte, befindet sich die Person in Untersuchungshaft. Insgesamt seien seit Beginn des Sommers 184 Personen festgenommen worden. Man zeige „höchste Entschlossenheit, jeden Brandstifter zu finden: keine Nachsicht gegenüber denen, die Leben gefährden, unsere Feuerwehrleute aufs Spiel setzen und unser Erbe zerstören“, schrieb Nuñez.So ist die Lage in SpanienIn Spanien ist nun in einem Nationalpark an der Grenze zu Portugal ein schweres Feuer ausgebrochen. Wegen erheblichen Risiken für die Anwohner seien zwölf Ortschaften rund um die Gemeinde Fermoselle innerhalb des Parque Nacional Arribes del Duero evakuiert worden, teilte die Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit. Für zwei weitere Ortschaften wurden Ausgangsbeschränkungen angeordnet.Rund 950 Menschen wurden in der betroffenen Region im Nordwesten Spaniens laut Medienberichten in Sicherheit gebracht. Dazu zählten die Bewohner eines Altenheims in Muga de Sayago, wie die Polizeieinheit Guardia Civil auf X mitteilte.Ministerpräsident Pedro Sánchez erörterte die Lage der Feuer in Spanien bei einem Treffen mit König Felipe VI. in Palma de Mallorca. Sie hätten ebenfalls über die extreme Gefahr angesichts der Hitze gesprochen, teilte Sánchez anschließend vor der Presse mit. Es sprach von einer äußerst angespannten Waldbrandlage. Derzeit seien in Spanien zehn Feuer unterschiedlichen Ausmaßes aktiv, sagte Sánchez.Lesen Sie auchAngesichts einer neuen Hitzewelle, die bis Sonntag andauern werde, rief er die Bevölkerung zu äußerster Vorsicht auf. Sánchez kündigte zudem an, die Europäische Kommission gebeten zu haben, in Son Sant Joan auf Mallorca ein neues europäisches Zentrum für die Brandbekämpfung einzurichten.In einigen Gebieten Spaniens entspannt sich die Lage inzwischen langsam weiter. Die Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen werden nach und nach aufgehoben. Allerdings dürfen noch rund 9500 Menschen, alle in der Autonomen Gemeinschaft Madrid, weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren. Das Feuer in der Sierra Norte im Westen der Gemeinschaft gilt inzwischen als endgültig stabilisiert, ebenso wie das Feuer in der angrenzenden Provinz Toledo südwestlich von Madrid. In Ávila wurden alle die Ausgangssperren und Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben.dpa/AFP/luwi/lay