Microsofts steigert Gewinn um fast ein DrittelMicrosoft hat im vergangenen Geschäftsjahr 2026/27 dank einer hohen Nachfrage nach Produkten rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der Erlös sei in den zwölf Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 332 Milliarden Dollar (290 Mrd. Euro) nach oben geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Redmond mit. Der Gewinn zog um fast ein Drittel auf knapp 134 Milliarden Dollar an. Operativ verdiente der Konzern 155 Milliarden Dollar und damit gut ein Fünftel mehr. Microsoft schnitt beim Umsatz und Ergebnis besser ab erwartet als erwartet. Die Aktie legte nachbörslich in einer ersten Reaktion auf die Zahlen zu.RBI übernimmt Addiko BankDie Raiffeisen Bank International (RBI) hat im Ringen um die Übernahme der Addiko Bank gewonnen. Nach Ablauf der Annahmefrist haben die Aktionäre der Bank 56,16 Prozent ihrer Aktien angedient, wie die RBI Mittwochnachmittag mitteilte. Damit wurde die von dem zweitgrößten Finanzinstitut Österreichs gesetzte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent überschritten. Trotz eines preislich deutlich höheren Angebots muss sich der slowenische Konkurrent Nova Ljubljanska banka (NLB) nun geschlagen geben.Seit Monaten hatten RBI und NLB um das auf Zentral- und Südosteuropa spezialisierte Geldhaus gebuhlt, das vor mehr als zehn Jahren aus den Hypo-Alpe-Adria-Balkanbanken hervorgegangen war. Am Ende bot die NLB mit 37,00 Euro je Aktie deutlich mehr als die RBI, die nur 26,50 Euro je Anteilsschein auf den Tisch legte – und ging dennoch leer aus.Attraktiv war das niedrigere RBI-Angebot wohl deshalb, weil die Bank bereits eine Vereinbarung mit dem serbischen Addiko-Aktionär Alta Group geschlossen hat. Denn RBI will nach der Übernahme lediglich das Geschäft von Addiko in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten. Die übrigen Märkte – Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro – will sie hingegen mittels abstoßen.Gregor BrunnerSüdkorea bremst wegen Kursausschlägen riskante Wetten auf Aktien ausAngesichts extremer Kursschwankungen an der Börse verschärft Südkorea die Regeln für hochspekulative ​Finanzprodukte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sollen Anleger künftig nur noch maximal 20 Prozent ihres gesamten Anlagevermögens in gehebelte, börsengehandelte Fonds (ETFs) ⁠investieren dürfen, die sich auf eine einzelne Aktie beziehen. Dies teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Seoul nach einer Notfallsitzung mit. Die Aufsichtsbehörden machen konzentrierte Wetten auf diese Produkte für die jüngsten heftigen Marktbewegungen ‌mitverantwortlich. Mit den gehebelten ETFs können Anleger überproportional an den Kursbewegungen einer einzelnen Aktie teilhaben. Als Kehrseite vervielfacht sich aber auch das Verlustrisiko.Hintergrund der Notfallsitzung sind die drastischen Kursverluste am südkoreanischen Aktienmarkt. Der Leitindex Kospi ‌fiel am Mittwoch um ‌5,98 Prozent, nachdem er schon am Vortag um 10,84 Prozent eingebrochen war. In der Spitze wurden umgerechnet bis zu gut 1,9 Billionen Euro am Aktienmarkt in Seoul vernichtet. Sorgen über die Profitabilität von milliardenschweren Investitionen in Künstliche ​Intelligenz (KI) verunsicherten die Anleger. Die Behörden kündigten an, ⁠die Finanzmärkte rund um die Uhr zu beobachten. Bei Bedarf sollen alle verfügbaren politischen Instrumente eingesetzt werden, um für Stabilität ​zu sorgen.Zudem will die Regierung die Kosten für den Handel mit diesen Produkten erhöhen, um exzessive Aktivitäten einzudämmen. Dies könnte ⁠durch Gebühren geschehen, ‌die denen für eine übermäßige Anzahl von Order-Eingaben am Terminmarkt ähneln. Darüber hinaus sollen Anleger künftig zusätzlich zu den bestehenden Schulungen auch den Handel mit den Produkten simulieren müssen, bevor sie investieren dürfen. Die Maßnahmen sollen ⁠dem Ministerium zufolge ⁠umgehend auf den Weg gebracht werden.Die neuen Schritte sind Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets. Bereits zuvor angekündigte Schutzmaßnahmen, ⁠wie die Anhebung der ​erforderlichen Mindesteinlage ⁠auf 30 Millionen Won (gut 18.100 Euro), treten ​am 31. Juli in Kraft. Die Neuemission von Produkten auf Einzelaktien ‌sowie die Werbung dafür hatte Südkorea schon gestoppt. Zudem soll eine rechtliche Grundlage geschaffen werden, die es ​den Aufsichtsbehörden in Notfällen erlaubt, Maßnahmen zur Marktstabilisierung zu ergreifen. ​Als Vorbild dient dabei das flexiblere Hebelsystem in Hongkong. Zuckerberg gegen Verbot chinesischer KI-ModelleSollte die US-Regierung die Nutzung von chinesischen KI-Modellen unterbinden? Meta-Chef Mark Zuckerberg lehnt das gegenüber der Finanzzeitung „Financial Times“ ab. Dieser Schritt sei keine wirksame Lösung. Das KI-Modell des chinesischen Unternehmens Moonshot AI sorgte vergangene Woche für verschärfte Spannungen zwischen den geopolitischen Rivalen USA und China. Im Kern geht es darum, dass Vertreter der US-Regierung Moonshot „Diebstahl“ amerikanischer KI-Technologien vorwerfen. Finanzminister Scott Bessent teilte auf der Plattform X mit, möglich wären Sanktionen sowie eine Eintragung in die „Entity List“, also eine Schwarze Liste der Regierung, die mit Restriktionen für Geschäfte in China verbunden ist. Der Meta-Chef äußerte sich darüber hinaus zur KI-Regulierung. Washington könnte bald ein freiwilliges Rahmenwerk für die Vorab-Prüfung neuer KI-Modell präsentieren. Zuckerberg sieht das kritisch. Prüfverfahren könnten durchaus Sinn ergeben, aber sie dürften nicht von einigen wenigen Unternehmen durchgeführt werden. Eine mögliche Konzentration von Macht sei in diesem Zusammenhang problematisch. Porsche bestätigt PrognoseDer Autohersteller Porsche erwartet trotz des anhaltend schwachen China-Geschäfts keinen erneuten Gewinneinbruch in diesem Jahr. Das Unternehmen bekräftigte am Mittwoch die Jahresprognose eines Umsatzes von 35 bis 36 Milliarden Euro (Vorjahr: 36,3 Milliarden Euro) und einer operativen ‌Rendite von 5,5 bis 7,5 Prozent (Vorjahr: 1,1 Prozent). Einsparungen und stabile Preise sollen den Rückgang des vergangenen Jahres stoppen. „Unser konsequentes Kostenmanagement ‌und unsere ‌Value-over-Volume-Strategie zeigen erste positive Effekte, deshalb bestätigen wir trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds unsere Jahresprognose“, erklärte Finanzchef Jochen Breckner bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen.Wie bereits von Volkswagen am Freitag mitgeteilt, stieg der operative Gewinn (Ebit) trotz weiteren Absatzrückgangs im ersten Halbjahr um 30 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Bei leichtem Umsatzrückgang verbesserte sich die Rendite um gut zwei Prozentpunkte auf 7,8 ‌Prozent. Der Nettogewinn stieg fast um 50 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Porsche hatte am Montag den Abbau weiterer 5000 Stellen bis 2035 bekannt gegeben, die zu den im vergangenen Jahr gestrichenen 3900 Jobs hinzukommen. Der sozialverträgliche Stellenabbau werde im zweiten Halbjahr und im kommenden Jahr jeweils ‌einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. „Wir sind aber überzeugt: Diese Ausgaben werden sich bald auszahlen“, sagte Breckner. Gregor BrunnerSK-Hynix-Aktie fällt trotz sprudelnder GewinneDer südkoreanische Chipkonzern SK Hynix hat trotz eines Rekordgewinns die hohen Erwartungen der Anleger verfehlt und damit Sorgen ​über sinkende Ausgaben der Tech-Konzerne für Künstliche Intelligenz (KI) geschürt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, stieg der operative Gewinn im abgelaufenen Quartal zwar um mehr als das Sechsfache auf ⁠den Rekordwert von umgerechnet 36,73 Milliarden Euro, verfehlte jedoch die Prognose der Analysten, die LSEG-Daten zufolge mit knapp 39 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um 257 Prozent auf 48,15 Milliarden Euro, blieb damit jedoch ebenfalls unter den Schätzungen.Die Aktien des Nvidia-Zulieferers brachen daraufhin am Mittwoch an der ‌Börse in Seoul zeitweise um knapp 20 Prozent ein. „Es herrscht Sorge, dass die Technologiekonzerne bei ihren Investitionen in KI-Infrastruktur eine Pause einlegen“, sagte Analyst Lee Min-hee vom Finanzdienstleister BNK Investment. Ein weiterer Dämpfer für die Börse war, dass das Management trotz rasant steigender Bargeldreserven darauf verzichtete, detaillierte ‌Pläne für künftige Ausschüttungen an die Aktionäre vorzulegen. Zum Schluss des südkoreanischen Handelstages grenzten die SK-Hynix-Papiere ihre Verluste auf knapp zehn Prozent ein.Das Unternehmen wies die Sorgen über eine nachlassende Nachfrage jedoch zurück. „Große Kunden verlangen weiterhin nach mehr Speicherchips“, sagte SK-Hynix-Präsident Song Hyun-jong in einer Telefonkonferenz. Der Konzern setzt verstärkt auf langfristige Lieferverträge, um sich gegen die schwankende Nachfrage in der Branche abzusichern. Das Unternehmen plant zudem, seine Investitionsausgaben 2026 auf umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro ​von rund 18 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zu erhöhen. Die ⁠Produktionskapazitäten sollen ausgebaut werden, um der anhaltenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur gerecht zu werden. Zur Finanzierung dieses Vorhabens platzierte Hynix vor wenigen Wochen Aktien im Volumen von 26,5 Milliarden Dollar an ​der Wall Street. Dies war die historisch größte Emission sogenannter American Depositary Receipts (ADRs) der Geschichte und nach SpaceX der zweitgrößte Börsengang überhaupt.Langfristige Lieferverträge machten zwar künftige Einnahmen berechenbarer, schmälerten aber den Spielraum ⁠für kurzfristige Preiserhöhungen, ‌sagten Analysten. Dies sei der Grund, warum Hynix mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen verfehlt habe. „Samsung verfügt über eine größere Preissetzungsmacht und hat die Preise aggressiver erhöht als Hynix“, sagte Analyst Lee Su-rim vom Brokerhaus DS Investment. Der operative Gewinn von Samsung verneunzehnfachte sich im abgelaufenen Quartal. Enttäuschende Umsätze nährten jedoch ebenfalls Spekulationen über ein Abflauen ⁠des KI-Booms.SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für ⁠Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Der Investitionsboom in ​diesem Bereich ⁠führt zu Lieferengpässen bei HBM- und traditionellen Halbleitern. Durch die ​Preisexplosion verbuchen Hynix sowie die Wettbewerber Samsung und Micron ein Rekord-Quartalsergebnis nach dem anderen.Der Branche droht ‌jedoch verschärfte Konkurrenz aus China: Einem Insider zufolge hat ein staatliches Unternehmen die Produktion von Lithografie-Maschinen aufgenommen. Diese belichten mit tief-ultraviolettem Licht (DUV) Schaltkreise auf Siliziumscheiben, aus ​denen Computerchips hergestellt werden. Einer der Abnehmer ist einem Medienbericht zufolge der chinesische ​Speicherchip-Hersteller CXMT, der zum Wochenauftakt ein fulminantes Börsendebüt mit Kursgewinnen von zeitweise mehr als 500 Prozent feierte. Ian LieschApple erstmals mehr als fünf Billionen Dollar wertApple hat als erst zweites Unternehmen die Marke von fünf Billionen Dollar Börsenwert geknackt. Den Ausschlag gab im US-Handel ein zwischenzeitiges Kursplus von fast zwei Prozent auf das Rekordhoch von 342,89 Dollar pro Aktie. Danach notierte Apple zunächst wieder knapp unter der Fünf-Billionen-Marke — aber immer noch als wertvollstes Unternehmen an der US-Börse vor dem Chipspezialisten Nvidia.Nvidia war bisher das einzige Unternehmen, das es auf fünf Billionen Dollar Börsenwert gebracht hatte. In der Spitze war der Vorreiter bei KI-Chips Mitte Mai rund 5,7 Billionen Dollar wert. Doch in den vergangenen Wochen sanken die Kurse von KI-Unternehmen nach wieder aufgeflammten Zweifeln an der Nachhaltigkeit des teuren Booms bei der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Die Apple-Aktie war dagegen im Aufwärtstrend.Ian LieschSwiss Re: Waldbrände dürften Versicherungsnachfrage erhöhenDie Waldbrände in ​weiten Teilen Frankreichs und Spaniens dürften dem ⁠Rückversicherer Swiss Re zufolge die Nachfrage nach Versicherungen erhöhen. Besonders in Südwesteuropa nähmen Bedingungen ‌zu, die Waldbrände begünstigen, sagte am Dienstag auf Anfrage Balz Grollimund, Leiter für Katastrophenrisiken ‌bei Swiss ‌Re. Die Brände weiteten sich auf Regionen aus, die in der Vergangenheit weniger anfällig gewesen ​seien. Weltweit seien ⁠die versicherten Schäden durch Waldbrände somit seit 1970 real um ​jährlich rund zwölf Prozent gestiegen und damit ⁠schneller als bei ‌jedem anderen großen wetterbedingten Risiko.Es sei noch zu früh für Schadensschätzungen und ⁠Aussagen über mögliche Auswirkungen ⁠auf Swiss Re, fügte Grollimund hinzu. Waldbrandschäden ⁠in ​Südeuropa ⁠seien in der ​Regel nicht durch nationale Versicherungspools abgedeckt.Varta rückt von Sanierung in Eigenregie ab – Insolvenzverwalter bestelltBeim schwäbischen Batteriehersteller Varta hat künftig der Rechtsanwalt Tobias Wahl als Insolvenzverwalter das Sagen. Das Unternehmen rückte von einer Insolvenz in Eigenregie ab, bei der der Mannheimer Jurist ursprünglich als Sachwalter die Aufsicht über die Sanierung durch den Varta-Vorstand um Michael Ostermann führen sollte.„Um die Abläufe zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen“, sei auch für die ‌Muttergesellschaft Varta AG und die Knopfzellen-Tochter Varta Microbattery ein klassisches Insolvenzverfahren beantragt worden, teilte Varta am Dienstag in Ellwangen mit. Die konzerninternen Verflechtungen seien so groß, dass eine Sanierung durch ‌ein einheitliches Verfahren erleichtert werde. Ostermann ‌hat damit formal kaum mehr etwas zu sagen, soll aber an Bord bleiben. Für zwei andere Varta-Töchter waren ohnehin reguläre Insolvenzverfahren geplant.Wahl, der für die Mannheimer Kanzlei Anchor Rechtsanwälte arbeitet, hatte als Sachwalter unter anderem an der Sanierung der Billigmodekette Adler gearbeitet und war Insolvenzverwalter beim Buchgroßhändler KNV. „Mein erster Eindruck ist, dass hier trotz aller widrigen Umstände ein sehr motiviertes Team arbeitet“, sagte Wahl. „Unser Ziel bleibt eine langfristige und tragfähige Lösung.“ An einer Zerschlagung von Varta führt aber wohl kein Weg ‌vorbei. Die profitable Haushaltsbatterien-Tochter Varta Consumer Batteries soll aus der Insolvenz herausgehalten werden. Sie soll an die Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds gehen, an die sie bereits verpfändet war.Varta hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem die Eigentümer Michael Tojner und Porsche kein frisches Geld mehr nachschießen wollen. Ursachen für die Krise seien „deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden“. Dabei ‌ist Apple gemeint: Der US-Technologieriese bezieht die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für seine AirPods-Kopfhörer künftig aus China statt aus dem Varta-Werk im bayerischen Nördlingen, das vor wenigen Jahren massiv erweitert worden war.Mehr ladenTickarooLive Blog Software