Wer ein günstiges Einfamilienhaus sucht, wird in Deutschland fast nur noch auf dem Land und in strukturschwachen Regionen fündig. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln. Im Vergleich der sechzehn Bundesländer sind Eigenheime demnach im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt am billigsten. Ein typischer Modellhaushalt muss dort im Schnitt gut ein Viertel des Nettoeinkommens für den nötigen Immobilienkredit ausgeben. Am anderen Ende der Skala stehen Berlin, Bayern und Hamburg.Dort verschlingt die Abzahlung im Schnitt an die vierzig Prozent des Nettoeinkommens oder mehr. Das teilte der Finanzierungsvermittler Interhyp mit, der die Studie bei den Kölner Ökonomen in Auftrag gegeben hatte. Bei der Auswertung gingen die Ökonomen von einer Familie mit zwei Kindern und einem für Eigenheiminteressenten typischen Einkommen im siebzigsten Perzentil aus. Also von Käufern mit höherem Einkommen als 70 Prozent der deutschen Haushalte.

Untersucht wurden die Einfamilienhauspreise in sämtlichen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten. Als tragbar gelten im »Erschwinglichkeitsindex« monatliche Ausgaben für die Immobilie von bis zu 35 Prozent des Nettoeinkommens, im Index markiert durch die Zahl 100. Je weiter der Index unter 100 liegt, desto weniger erschwinglich, je höher über 100, desto eher leistbar.Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei 103, doch sind die regionalen Preisunterschiede immens. Wenig überraschend: Neben München liegen auch die sechs übrigen größten deutschen Städte sowie deren Umland im eher unerschwinglichen Bereich. Anders sieht es in kleineren Großstädten und deren Nachbarlandkreisen aus.