Das Interesse an der Aufgabe war groß: 180 Unternehmen haben in einem europaweiten Vergabeverfahren Interesse an der Generalplanung der Multifunktionsarena am Frankfurter Stadion bekundet. Den Zuschlag erhalten hat jetzt das international tätige Architekturbüro Populous mit Hauptsitz in den Vereinigten Staaten, das schon an der Planung mehrerer großer und bekannter Sportstätten beteiligt war. Es soll zusammen mit dem Ingenieurbüro Happold und dem Immobilienberater Drees & Sommer die planerischen Grundlagen für die Halle erarbeiten, die auf dem Parkplatz P9 neben dem Waldstadion entstehen soll.Mit der Vergabe der Generalplanung beginnt für die städtische Projektentwicklungsgesellschaft Sportpark Stadion die nächste Phase beim Bau der Halle, die rund 15.000 Zuschauer fassen soll. Populous soll in den nächsten Monaten die vom Frankfurter Büro AS+P 2024 erstellte Machbarkeitsstudie weiterentwickeln. Das Planungsteam wird sich mit planungs- und baurechtlichen Fragen, der Objekt- und Tragwerksplanung sowie der technischen Gebäudeausrüstung befassen. Ziel ist es, im Herbst 2027 die sogenannte Totalunternehmerleistung auszuschreiben. Gesucht wird dann ein Unternehmen, das Planung und Bau aus einer Hand anbietet.Büro war an großen Stadien beteiligtDas Büro Populous hat eine Niederlassung in München. Unter anderem hat es das Stadion von Tottenham Hotspur in London und die Uber Arena in Berlin geplant. Derzeit ist das Büro mit der Munich Arena befasst, einer Veranstaltungshalle in der Nähe des Münchner Flughafens. Auch das britische Büro Happold hat Erfahrungen mit großen Projekten in Deutschland gesammelt, zuletzt mit dem SAP Garden, einer Halle für Basketball und Eishockey im Münchner Olympiapark. Das Stuttgarter Unternehmen Drees & Sommer, das auch in Frankfurt vertreten ist, war unter anderem an der Modernisierung der Haupttribüne im Stadion des VfB Stuttgart beteiligt.Die Halle soll für Eishockey- und Basketballspiele, aber auch für Konzerte genutzt werden. In einer älteren Schätzung wurden die von der Stadt zu finanzierenden Baukosten auf rund 260 Millionen Euro beziffert. „Unser Ziel ist eine Arena, die im späteren Betrieb überzeugt“, sagte SSF-Geschäftsführer Moritz Schneider. „Dafür braucht es von Anfang an eine Planung, die Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.“Die architektonische Gestaltung der Arena und ihrer Fassade ist nicht im Auftrag enthalten und soll erst später festgelegt werden. Der Bund Deutscher Architekten hatte Anfang des Jahres kritisiert, dass es keinen vorgelagerten Architektenwettbewerb gibt. Es sei fraglich, „ob bei einer Beauftragung eines Generalplanungsunternehmens bereits in den ersten Leistungsphasen die inhaltliche Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum ausreichend gesichert ist“, heißt es in der Stellungnahme.
Multifunktionshalle Frankfurt: Architekturbüro Populous plant
Mit der Vergabe der Generalplanung geht das Projekt einer Multifunktionshalle am Frankfurter Waldstadion in die nächste Phase. Im nächsten Jahr wird ein Bauunternehmen gesucht.






