Die deutsche Autokrise verschärft sich. Nun baut auch BMW Tausende Stellen abDer Münchner Konzern reagiert mit einem Sparprogramm auf die anhaltende Schwäche der Branche. Der Stellenabbau betrifft vorwiegend Arbeitsplätze in Deutschland.Cornelius Welp, Frankfurt29.07.2026, 15.57 Uhr3 LeseminutenDer Münchner Premiumhersteller BMW baut Tausende Stellen ab.ImagoDass die Dinge nicht so weiterlaufen können wie bisher, hatte der BMW-Vorstandschef Milan Nedeljkovic bereits im Juni klargemacht. «Wir werden unsere aktuellen Strukturen und Prozesse an die sich drastisch verschärfenden Marktbedingungen anpassen», liess sich der damals frisch installierte Nedeljkovic in einer Mitteilung zitieren. Die «unternehmerische Verantwortung» gebiete es, «laufende Massnahmen nochmals deutlich zu intensivieren und zu beschleunigen».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Sechs Wochen später ist klar, was die Ankündigung konkret bedeutet.Der Münchner Autobauer will sich bis Ende kommenden Jahres von Tausenden Mitarbeitern vorwiegend in Deutschland trennen. Damit reagiert er auf die Kombination aus schwächerer Nachfrage und hohen Kosten, unter der die gesamte Branche schon seit Jahren leidet. Lange hatte es jedoch so ausgesehen, als könne sich BMW dem Abwärtssog entziehen. Nun hat er auch den bayrischen Konzern erfasst.Die Produktion ist vom Abbau ausgenommenErste Details des geplanten Abbaus hat das Management am Mittwoch in einer Betriebsversammlung präsentiert. Die in verschiedenen Medien genannte Zahl von 8000 Stellen bestätigt der Konzern nicht, die Sparziele dürften sich aber in dieser Grössenordnung bewegen. Ende 2025 zählte BMW weltweit knapp 155 000 Beschäftigte, in Deutschland waren es rund 84 000.Das sieht bei einigen Wettbewerbern anders aus. Der Vorstand von VW will wegen der schwachen Auslastung in den kommenden Jahren sogar bis zu vier Standorte in Deutschland schliessen. Dass es bei BMW besser aussieht, hatte Nedeljkovics Vorgänger Oliver Zipse noch Mitte Mai berichtet. In den Werken in Regensburg und Leipzig laufe die Produktion wegen der regen Nachfrage in drei Schichten, auch das Münchner Stammwerk sei gut ausgelastet.Das Programm soll im Oktober starten und etwa ein Jahr laufen. Neben Abfindungen sollen auch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation dazu beitragen, das Sparziel zu erreichen. Trennen will sich BMW ausschliesslich von Beschäftigten des sogenannten «indirekten Bereichs». Das sind vor allem Jobs in der Verwaltung, etwa in der Münchner Konzernzentrale. Die Produktion in den Werken ist vom Abbau ausgenommen.Das Geschäft in China ist eingebrochenIm ersten Halbjahr lieferte BMW weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus, das waren gut 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit schnitt der Konzern etwas besser ab als die anderen deutschen Hersteller Mercedes und Volkswagen, deren Absatz sich im gleichen Zeitraum jeweils um rund 6 Prozent reduzierte.Während BMW in Europa und den USA leicht zulegen konnte, brach das Geschäft in China dramatisch ein. In den ersten sechs Monaten ging der Absatz im Vergleich zu 2025 um mehr als 20 Prozent zurück, zwischen April und Juni reduzierte er sich sogar um mehr als 30 Prozent. Bei den anderen deutschen Herstellern sieht es ähnlich düster aus.Dass sich der Abwärtstrend in der einstigen Wachstumsregion nochmals beschleunigt hat, war neben Belastungen durch den Iran-Krieg der Grund dafür, dass der Münchner Premiumhersteller seine Prognose für das Jahresergebnis bereits Mitte Juni deutlich nach unten korrigiert hat. Der Aktienkurs ist allein deshalb um mehr als 10 Prozent gefallen und hat sich seitdem nicht erholt.Auf Jahressicht haben die BMW-Papiere mehr als 30 Prozent ihres Werts verloren und damit noch schwächer abgeschnitten als jene von Mercedes und VW. Am Mittwoch notierten sie unverändert.Passend zum Artikel
BMW baut Tausende Stellen ab: Deutsche Autokrise verschärft sich
Der Münchner Konzern reagiert mit einem Sparprogramm auf die anhaltende Schwäche der Branche. Der Stellenabbau betrifft vorwiegend Arbeitsplätze in Deutschland.










