Geplant war ein ganz normaler Hausbau. Doch als in Quedlinburg im Landkreis Harz die Bagger anrollten, stießen die Arbeiter auf ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit: Unter dem geplanten Baugrundstück kam eine bislang unbekannte Luftschutzanlage aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein.
Der sogenannte Deckungsgraben lag jahrzehntelang verborgen im Boden. Eigentlich sollte auf dem Grundstück ein Einfamilienhaus entstehen. Stattdessen legten die Erdarbeiten ein rund 20 Meter langes Bauwerk frei, das an die Zeit der Luftangriffe und die Ängste der Zivilbevölkerung während des Krieges erinnert. Das teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit.
Für die Fachleute ist der Fund ein wichtiges Zeugnis der Kriegszeit. Die Anlage liegt an der Kante eines Bergsporns mit weitem Blick in das westlich anschließende Bodetal. Die Altstadt von Quedlinburg befindet sich nur rund 600 Meter entfernt.
Was die Bagger beim Hausbau freilegten
Mit Beginn der Erdarbeiten zeigte sich zunächst die Abdeckung eines rund 2,50 Meter breiten Betongewölbes. Die massive Konstruktion zog sich nahezu über das gesamte Baufeld von Südwest nach Nordost. Schnell wurde den Archäologen klar: Hier lag ein bislang unbekannter Deckungsgraben verborgen. Die Anlage misst zusammen mit zwei Seitenarmen, die als Ein- und Ausgänge dienten, rund 20 mal 14 Meter.






