In den USA kostet eine Universitätsausbildung mehrere Zehntausend bis Hunderttausend Dollar. Die Angst, dass sich diese Investition nicht mehr lohnen könnte, ist groß, denn die Erwerbslosigkeit unter jungen Absolventen steigt. Viele junge Menschen schreiben das offenbar den Veränderungen zu, die KI in der Arbeitswelt auslöst. Doch nicht alle Fachrichtungen sind davon gleich stark betroffen.Das Handelsblatt hat Jobmarktdaten aus den USA und Deutschland ausgewertet. Sie zeigen, welche Fächer besonders von der KI-Disruption betroffen sind, welche weiterhin besonders nachgefragt sind und wie junge Menschen aus mehr als 23.000 Studienfächern in Deutschland die aussichtsreichsten auswählen.Um zu verstehen, warum sich die aktuelle Jobkrise von früheren unterscheidet, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Erwerbslosenzahlen in den USA. Viele Fachleute sehen die USA als Indikator für die Arbeitsmarkteffekte neuer Technologien, die auch nach Deutschland überschwappen können.In den Daten zeigt sich eine Besonderheit der heutigen Zeit: Auch wenn die Arbeitslosigkeit unter jungen Akademikern dort mit jeder Wirtschaftskrise stieg – etwa während der Finanzkrise 2008 – lag sie bei den Jungen traditionell unter der Quote der Gesamtbevölkerung.Seit 2022 hat sich das gedreht – seit dem Jahr also, in dem ChatGPT auf den Markt kam. Mittlerweile liegt die Erwerbslosigkeit von Uni-Absolventen in den USA im Alter von 22 bis 27 Jahren über der Gesamtquote. Das ergab eine Auswertung der Federal Reserve Bank of New York (Fed).Auch in Deutschland liegt die Erwerbslosenquote der Hochschulabsolventen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren leicht über der der Gesamtbevölkerung – das zeigen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Droht also auch hierzulande eine KI-Krise der Uniabsolventen?Enzo Weber analysiert am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), wie sich Digitalisierung und KI auf den Arbeitsmarkt auswirken. Er sagt: „Wir haben verschlechterte Bedingungen für Berufseinsteiger, gerade bei Akademikern. Das ist unübersehbar.“Der Grund dafür sei in erster Linie, dass neue Stellen fehlten. Viele Unternehmen besetzen derzeit aus Kostengründen Stellen nicht nach. „In einer Krise, in der es nur wenige Jobs gibt, leiden nun mal diejenigen, die neue Jobs suchen“, sagt Weber. Und das seien unter anderem all die Berufseinsteiger, die frisch aus der Ausbildung kommen.