Eine der Vorstellungen über die Zukunft der Ukraine, die vom Kreml immer wieder vorgetragen werden, sieht so aus: Der Osten, der Süden und die Mitte des Landes werden Teil Russlands, während der Westen der Ukraine an Polen, Ungarn und Rumänien fällt.Dass Wladimir Putin diese Idee bei einem Auftritt vor Soldaten am Wochenende nun wieder aufgegriffen hat, dürfte kein Zufall sein. Die russische Propaganda schlachtet bereits seit Wochen mit großer Genugtuung den Streit zwischen der Ukraine und Polen über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs aus.Antiukrainische Hetze der polnischen RechtenAuf die jetzige polnische Regierung ist in solchen Angelegenheiten Verlass (anders als es bei Ungarn unter Viktor Orbáns Herrschaft war): Sie hat den „zynischen Versuch, Gegensätze zwischen Verbündeten zu schaffen“, sofort zurückgewiesen und eindeutig, in scharfem Ton erklärt, dass Polen keine territorialen Ansprüche gegen die Ukraine habe. Doch dem russischen Regime ist natürlich nicht entgangen, welche verantwortungslose antiukrainische Hetze Teile der polnischen Rechten seit Monaten betreiben.Dass die PiS als größte Oppositionspartei in Polen nun im Werben um die extreme Rechte die Unterstützung für die Ukraine infrage stellt, die ihr noch vor Kurzem als polnische Staatsräson galt, muss im Kreml als Einladung verstanden werden, weiter in diese Kerbe zu schlagen. Putin geht es darum, Europa auch jenseits der Ukraine zu destabilisieren. Gelingen kann ihm das nur, wenn ihm andere aus nationalistischer Verblendung, egoistischer Kurzsichtigkeit oder einem kremlgleichen Zynismus die Vorlagen dafür liefern.
Putin will Polen und die Ukraine spalten
Es ist kein Zufall, dass Wladimir Putin gerade jetzt wieder darüber redet, dass der Westen der Ukraine an Polen fallen kann.







