Die größte deutsche Geschäftsbank hat im zweiten Quartal dank eines starken Investmentbankings 1,9 Milliarden Euro nach Steuern verdient. Vor Steuern stieg der Gewinn mit 2,86 Milliarden Euro um elf Prozent. Davon blieb den Aktionären der Bank ein Quartalsgewinn von 1,64 Milliarden Euro. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen stiegen um neun Prozent auf 8,48 Milliarden Euro.Damit hat Deutschlands größte Geschäftsbank die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Sie hatten mit einem auf Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,38 Milliarden Euro und einem Vorsteuergewinn von 2,27 Milliarden Euro sowie Erträgen von 8,09 Milliarden Euro gerechnet.Als Gewinntreiber erwies sich das Investmentbanking. Hier stieg das Vorsteuerergebnis um 59 Prozent, während die Einnahmen in dem Segment um 18 Prozent zulegten. Der Deutschen Bank gelang es, auf der Welle der US-Banken zu schwimmen, denen ein starkes Investmentbanking im zweiten Quartal ebenfalls zu Rekordergebnissen verholfen hatte. Gänzlich vergleichbar ist das deutsche Institut mit seinen amerikanischen Konkurrenten freilich nicht, weil es beispielsweise keinen Aktienhandel betreibt.In den übrigen drei Geschäftsfeldern stiegen zwar die Erträge, was sich im Ergebnis aber weniger deutlich niederschlug. So legten die Erträge der Privatkundenbank um acht Prozent auf 2,57 Milliarden Euro zu, während das Vorsteuerergebnis im Vorjahresvergleich bei 605 Millionen Euro stagnierte.Stagnation herrscht auch in der Vermögensverwaltung, die vor Steuern 224 Millionen Euro verdiente, obgleich die Erträge um vier Prozent auf 756 Millionen Euro zulegten. Die Unternehmensbank musste einen sechsprozentigen Rückgang des Vorsteuerergebnisses auf 691 Millionen Euro hinnehmen, die Erträge stiegen nur leicht um ein Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.Kosten-Ertrag-Relation sinkt leichtDas Verhältnis von Kosten zum Ertrag beträgt 63 Prozent und liegt damit um 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresquartal. Das heißt, die Bank musste 63 Cent ausgeben, um einen Euro zu verdienen. Die Deutsche Bank hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kosten-Ertrags-Relation bis 2028 auf 60 Prozent zu drücken, was im europäischen Vergleich aber immer noch ein hoher Wert wäre. Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich das Institut auf Kurs, um Erträge von 33 Milliarden Euro zu erzielen. Nach den ersten sechs Monaten sind es schon 17,15 Milliarden Euro. Auch will man ein „starkes operatives Ergebnis“ einfahren.Finanzvorstand Raja Akram sprach in einer Mitteilung von einem starken Quartal. „Mit einer harten Kernkapitalquote von 13,9 Prozent und einer starken organischen Kapitalbildung sind wir weiterhin gut positioniert, um in unser Geschäft zu investieren und attraktive Ausschüttungen an unsere Aktionäre zu ermöglichen. Das unterstreicht unser nun angekündigter Aktienrückkauf in Höhe von 500 Millionen Euro aus den Ergebnissen des Jahres 2026“, sagt er.„Unsere Rekordergebnisse ⁠im zweiten Quartal wurden von einer starken Wachstumsdynamik und konsequenter Kostendisziplin getragen“, kommentiert Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Die Bank sei zuversichtlich, ihre Ziele für 2028 sogar ⁠übertreffen zu können. Dann will Deutschlands größte Geschäftsbank die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent zu steigern. Im zweiten Quartal lag sie bei elf Prozent. Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie effizient Banken das Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.Wie geht es weiter? „Wir wollen unsere Bank mit Klarheit, Tempo und Konsequenz weiterentwickeln. Das heißt: effizienter werden, gezielt in unsere Stärken investieren, neue Technologien wie KI konsequenter nutzen und die Transformation unserer Kunden noch enger begleiten – mit Lösungen, die die vielfältigen Fähigkeiten unserer Bank zusammenführen. So gestalten wir Wandel aktiv mit“, schrieb Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter der Deutschen Bank.