Der Film „Stilles Land“ fing die Umbruchstimmung in der DDR im Herbst 1989 ein. Für ihr Spielfilmdebüt hatten sich der junge Regisseur Andreas Dresen und die ebenso junge Drehbuchautorin Laila Stieler damals nicht zufällig das Theater Anklam ausgesucht. Eine Gruppe von Schauspielern probte am „Provinztheater“ in der Kleinstadt eine kritische Inszenierung von „Warten auf Godot“, während gleichzeitig tausende Ostdeutsche versuchten, über Ungarn auszureisen und in der Hauptstadt die Mauer fiel.

In den 1980er-Jahren galt das Theater Anklam als „Strafkolonie“ und „Ausreisetheater“ für ein Zentrum des kreativen Widerstands, in das regimeunbequeme Künstler abgeschoben wurden. So auch Oberspielleiter Frank Castorf, dessen radikale Inszenierungen den Unmut der SED-Kulturfunktionäre erregten, so dass ihm 1985 gekündigt wurde.

Erklärung ist noch kein Förderbescheid

Auch wegen dieser DDR-Geschichte ist es ein symbolisches Zeichen, dass das Theater, das mittlerweile zur Vorpommerschen Landesbühne gehört, erhalten werden soll. Am 27. Juli haben sich das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Hansestadt Anklam zur Zukunft des Anklamer Theaters bekannt. Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung wollen beide Seiten nicht nur die Sanierung des historischen Theatergebäudes voranbringen, sondern das gesamte Areal an der Leipziger Allee städtebaulich entwickeln.