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Märkte: Europas Börsen legen weiter zu – Firmenbilanzen stützen Ein sinkender Ölpreis und starke Unternehmenszahlen bringen der europäischen Börse Aufwind. In Asien stehen Chipwerte weiterhin unter Druck.
Bulle und Bär auf dem Börsenplatz vor dem Gebäude der Börse in Frankfurt. Foto: imago images/Rupert OberhäuserStarke Unternehmenszahlen und weiter rückläufige Ölpreise haben die europäischen Börsen davor bewahrt, in den allgemeinen Sog des Technologie-Ausverkaufs zu geraten.Der Dax schob sich erneut um 0,8 Prozent auf bis zu 25.553 Punkte vor, nachdem er bereits zum Wochenauftakt um ein Prozent zugelegt hatte. Der EuroStoxx50 zog am Dienstag ein halbes Prozent auf bis zu 6316 Zähler an.„Die Anleger befinden sich erneut im Gipfelfieber“, konstatierte Timo Emden von Emden Research. „Die Aussicht auf neue Rekordstände schürt die Hoffnung auf weitere Kursgewinne, auch wenn die Luft zunehmend dünner wird.“Hoffnungen auf eine Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ließen die Preise am Rohölmarkt weiter fallen, nachdem sie in vergangenen Woche auf über 100 Dollar gestiegen waren.Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich zeitweise um gut vier Prozent auf 84,70 Dollar je Barrel; US-Leichtöl WTI gab in der Spitze mehr als drei Prozent auf 79,80 Dollar je Barrel nach. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, Washington führe „gute Gespräche“ mit dem Iran und es bestehe die Chance auf eine Lösung.„Zwar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach wie vor gering, doch der Markt hofft auf eine Verbesserung der Lage aufgrund neuer Gespräche zwischen Oman und dem Iran über einen neuen Mechanismus für die Straße von Hormus“, sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.Dabei gehe es um einen gemeinsamen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Meerenge auf Grundlage freiwilliger Gebühren, sagte ein Insider aus der Golfregion der Agentur Reuters. Goldman Sachs rechnet damit, dass der Brent-Preis bis zum Jahresende auf 80 Dollar fallen werde, falls die Straße von Hormus bis zum vierten Quartal wieder vollständig geöffnet würde.Unilever und Mercedes-Benz punkten mit BilanzenBei den Einzelwerten glänzte Unilever mit einem überraschend starken Umsatzwachstum im Quartal und einer angehobenen Jahresprognose. Die Papiere des Konsumgüterriesen schossen in London um sieben Prozent nach oben und waren damit auf Kurs zum größten Tagesplus seit gut vier Jahren.Verbraucher griffen trotz der Sorgen um die Haushaltskasse und höherer Preise bei Marken wie Vaseline und Dove zu. „Diese weitaus besser als erwarteten Ergebnisse dürften die Stimmung heute deutlich aufhellen“, sagte Bernstein-Analyst Callum Elliott.Kräftig nach oben ging es auch bei Mercedes-Benz: Die Titel des Autobauers preschten nach Zahlenvorlage um bis zu 5,9 Prozent vor und gehörten damit zu den stärksten Werten im Dax.Im Handelsverlauf bröckelten die Kursgewinne auf ein Plus von gut drei Prozent ab. Der Konzern habe etwa bei der Marge der Pkw-Sparte und dem bereinigten Free Cashflow im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen, konstatierte ein Händler.„Die Befürchtungen der Investoren haben sich nicht erfüllt und der Autokonzern schlägt sich im schwachen Marktumfeld weiterhin gut“, kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. „Der Kernmarkt China bleibt für die deutschen Autobauer das große Problem, und so werden auch die Stuttgarter bei ihren Absatzprognosen vorsichtiger.“Chip-Zulieferer unter DruckAus Furcht vor zunehmender Konkurrenz aus China stiegen Anleger dagegen bei europäischen Chipindustrie-Zulieferern aus. Die Aktien der Anlagenbauer ASM International, ASML und BE Semiconductor fielen in Amsterdam zwischen 2,4 und knapp vier Prozent. Am deutschen Aktienmarkt rutschten Aixtron und Siltronic um rund sechs und sieben Prozent ab.Einem Insider zufolge hat ein bislang wenig bekanntes staatliches chinesisches Unternehmen die Produktion von Lithografie-Maschinen aufgenommen, die zur Produktion von Computerchips benötigt werden. Das Nachrichtenportal „The Information“ berichtete ebenfalls von den Fortschritten bei der Chipmaschinen-Entwicklung in China.Ein breiter Ausverkauf bei Chipherstellern hatte zuvor vor allem die Börsen in Südkorea und Japan auf Talfahrt geschickt. Anleger trieben sowohl Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der KI-Infrastruktur als auch Chinas technologische Fortschritte um. Auch US-Chip-Hersteller Nvidia hatte Federn gelassen. „China wird schon sehr bald die Welt mit hochwertigen Speicherchips zu niedrigeren Preisen beliefern“, zeigte sich Fan Liwen, Portfoliomanager bei Shenzhen New Thinking Investment Management, überzeugt. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick









