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Japan: Schweres Erdbeben erschüttert Südjapan Nach einem Erdstoß der Stärke 7,1 warnt Japan vor Tsunami-Wellen, Zehntausende Haushalte sind ohne Strom. Besondere Sorge gilt den Chip- und Elektronikwerken von TSMC und Sony in der Region.
Luftaufnahmen des zerstörten Einkaufszentrums Aeon Mall: 20 bis 30 Personen könnten noch darin eingeschlossen sein. Foto: via REUTERSTokio, Düsseldorf. Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 hat am Dienstagnachmittag die südjapanische Insel Kyushu erschüttert. Wie die Japanische Meteorologische Behörde (JMA) mitteilte, lagt das Epizentrum in der Präfektur Kumamato, die schon vor zehn Jahren von zwei schweren Beben erschüttert worden war. Die Behörden gaben zunächst eine Tsunami-Warnung für die Präfektur Kumamoto und angrenzende Regionen heraus, die Warnung wurde allerdings inzwischen aufgehoben.Durch seine Lage könnte das Beben auch Auswirkungen auf die globale Chiplieferkette haben. In der Stadt Kikuyo in Kumamoto betreiben wichtige Technologiekonzerne wie Sony und der taiwanische Konzern TSMC, der zu den weltgrößten Chip-Auftragsfertigern gehört, ihre Werke. TSMC gab bekannt, dass die Mitarbeiter seines Werks in Kumamoto nach dem Erdbeben evakuiert wurden.Ein Sony-Sprecher teilte mit, man prüfe die Lage in den Fabriken. Aber die Bodenbewegungen waren am Ort des Werkes wohl weniger zerstörerisch, als in anderen Regionen der Präfektur. Zudem sind die Chipwerke erdbebensicher gebaut, weswegen ein größerer Schaden eher unwahrscheinlich sei. Das konkrete Ausmaß der Schäden ist bisher unbekannt.Nachdem ein Erdbeben die südjapanische Insel Kyushu erschüttert hat, sind mehr als 150.000 Menschen aufgefordert, Evakuierungszentren aufzusuchen. Japanische Fernsehsender berichten von mehreren Toten und zahlreichen Verletzten.Dank der erdbebensicheren Bauweise von vielen Häusern und der Infrastruktur in Japan dürfte es im Gegensatz zu dem jüngsten doppelten Starkbeben in Venezuela, wo noch immer zehntausende Menschen unter den Trümmern von Wohnhäusern verschüttet sind, nur wenige Opfer geben. Der japanische Fernsehsender NHK berichtete von mindestens 50 Verletzten. Zu Toten gibt es bisher keine Angaben.Die japanische Atomaufsichtsbehörde teilte mit, es seien keine Unregelmäßigkeiten bei den Kernkraftwerken in der Region gemeldet worden. Für die Elektrizitätsversorgung trifft das allerdings nicht zu. Nach Aussagen des Kabinettamts sind derzeit rund 48.000 Haushalte ohne Strom.Großes Einkaufszentrum im Zentrum der KatastropheVideos, die auf der Plattform X kursieren, zeigen beschädigte und zusammengebrochene Gebäude. An der Kumamoto-Burg, zum Beispiel, wurden die Wallanlagen, wie schon vor zehn Jahren, beschädigt. Oft handelt es sich bei den Bildern allerdings um ältere Gebäude, die vor den verschärften Erdbebenstandards gebaut worden waren.Kollabierter Steinwall bei der Kumamoto-Burg: Das Objekt wurde beim Erdbeben vor 10 Jahren schon einmal stark beschädigt. Foto: IMAGO/Kyodo NewsStraßen und Autobahnen sind teilweise ebenfalls schwer beschädigt. Eine Autobahnbrücke brach halb ein, teile einer Zugbrücke stürzten wohl in einen Fluss, auch von einem entgleisten Güterzug sei die Rede gewesen. Der Schnellzugverkehr wurde auf der südlichen Insel Kyushu vorerst eingestellt.Darüber hinaus wurde ein Einkaufszentrum nach dem Erdbeben durch eine Explosion schwer beschädigt. Mehrere Menschen seien darin eingeschlossen, teilte die Feuerwehr mit. Laut Polizeibeamten könnten etwa 20 bis 30 Personen, darunter Mitarbeiter, im Inneren noch eingeschlossen sein. Die genaue Ursache der Explosion sei jedoch unklar.Einsatzkräfte beim Aeon Einkaufszentrum: Die Rettungsmission hält an. Foto: via REUTERSNachbeben und Folgeschäden noch möglichExperten der JMA warnten vor Nachbeben in den kommenden sieben Tagen, die weitere Schäden verursachen könnten. Die Experten wiesen ausdrücklich auf das Erdbeben vor zehn Jahren hin.Damals wurde die Region von einem Doppelbeben getroffen. Das erste war etwas schwächer als das Erdbeben von heute, das zweite 28 Stunden später stärker. Durch diesen Doppelschlag wurden rund 200.000 Häuser beschädigt oder zerstört, 277 Menschen starben. Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden.Eine zerbrochene Autobahnbrücke: Viele Autobahnen in der Region mussten gesperrt werden. Foto: via REUTERSFukushima als promintestes Beispiel der NaturkatastropheDas war allerdings nicht das Beben mit den meisten Todesopfern: Japan ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt und liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Fast täglich bebt die Erde an einem Ort der Insel spürbar. Verwandte Themen JapanSonyDie meisten Opfer in der Nachkriegszeit forderte die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Nordostjapan von 2011, die auch die Atomkatastrophe in Fukushima auslöste. Nach einem Beben der Stärke 9 bis 9,1 auf der Richterskala starben schätzungsweise rund 20.000 Menschen – die meisten in den Fluten des gewaltigen Tsunamis. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt











