Hunderttausende Menschen werden nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) jedes Jahr von Menschenhändlern für Online-Betrug missbraucht. Sie würden unter falschen Versprechungen gut bezahlter Arbeit ins Ausland gelockt, dort eingesperrt, überwacht und gezwungen, an betrügerischen Maschen teilzunehmen. Zum Welttag gegen Menschenhandel am 30. Juli hat die IOM eine neue Strategie vorgelegt, um Menschen vor dieser Ausbeutung zu schützen.
Die IOM bezeichnet dieses Vorgehen krimineller Banden als eine der am schnellsten wachsenden Menschenhandelsformen. Die Zahlen steigen laut IOM-Chefin Amy Pope seit zwei, drei Jahren rasant. Sie geht davon aus, dass rund 300.000 Menschen weltweit in solchen Zentren arbeiten. Nicht alle seien Opfer von Menschenhändlern.
Akademiker als Opfer von Menschenhandel
Neu sei, dass diese Banden gezielt Menschen mit guten Englischkenntnissen und einem Universitätsabschluss suchen, inzwischen offenbar zunehmend aus Afrika. Viele seien so verzweifelt, einen Job zu finden, dass sie die Angebote nicht streng genug prüften. So werde manchen nahegelegt, mit einem Touristenvisum in ein fernes Land zu reisen – das sei ein Alarmzeichen.
Früher ging es Menschenhändlern oft um Menschen mit wenig Schulbildung, die im Ausland zur Prostitution oder monatelangen, unmenschlichen Einsätzen auf Fischerbooten gezwungen würden.







