Stand: 28.07.2026 • 12:42 Uhr

In Myanmar ist Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi angeblich aus der Haft an einen anderen Ort verlegt worden. Doch mehr Informationen gibt die Junta nicht heraus. Ihre Familie ist in großer Sorge.

Bis zum Militärputsch vor fünf Jahren hatte sich Myanmar unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi nach außen geöffnet und war auf dem Weg in Richtung Demokratie. Seitdem versinkt das Land in Südostasien aber in Chaos und Gewalt. Mit einer umstrittenen Wahl Anfang des Jahres wollten die Militärs ihre Machtergreifung legitimieren. Wo steht das Land heute, ein halbes Jahr später, und wie geht es Aung San Suu Kyi, die direkt nach dem Putsch vor fünf Jahren inhaftiert wurde?

Niemand weiß, wo die ehemalige Regierungschefin von Myanmar festgehalten wird und ob die 81-jährige überhaupt noch lebt. Nicht mal ihr Sohn Kim Aris: "Ich muss seit Jahrzehnten damit leben, von meiner Mutter getrennt zu sein, aber die letzten fünf Jahre waren die schwierigsten", erzählt er dem ARD-Studio Singapur in einem Video-Call.

Ende April hieß es überraschend im Staatsfernsehen, Aung San Suu Kyi sei aus dem Gefängnis in der Hauptstadt Nay Pi Taw entlassen worden. Sie verbringe den Rest ihrer langjährigen Haftstrafe an einem anderen Ort. Aber weder ihre Anwälte und Berater noch ihr Sohn Kim Aris haben Zugang zu ihr. Das letzte Mal, dass er sie gesprochen habe, sei mehr als fünf Jahre her, wenige Tage vor dem Militärputsch. "Sie wusste, dass irgendwas passieren wird, dass etwas bevorstand", sagt er.