»Als ich durch das Erste Staatsexamen fiel, war ich am Boden zerstört. Hinter mir lagen acht Jahre Jurastudium, eineinhalb Jahre Lernen fürs Examen und ein Repetitorium für 2.000 Euro.
In der Examensvorbereitung ging es mir psychisch schlecht, wie etwa 90 Prozent der Studierenden. Ich hatte Angstzustände und Panikattacken in der Bibliothek, zwischen Lehrbüchern und Karteikarten. In den Vorlesungen haben unsere Dozent:innen immer wieder gesagt: »Vergesst Freunde, vergesst Freizeit. Wer das Jurastudium ernst meint, muss dafür leben.« Ich habe das geglaubt. Jahrelang war ich nicht im Urlaub und verbrachte die Semesterferien am Schreibtisch, von morgens bis abends. Irgendwann wurde ich krank. Ich entwickelte eine Autoimmunerkrankung und nahm ab. Mein Körper fühlte sich an wie mein Gegner.







