Seit über 100 Jahren sind in Neustrelitz Antennen für die Forschung und Wissenschaft empfangsbereit. Und die satellitennahe Forschung soll weiter ausgebaut werden. Mit einem symbolischen Spatenstich ist in der Residenzstadt 100 Kilometer nördlich von Berlin ein Bauprojekt angelaufen, das weit über die Grenzen der Mecklenburgischen Seenplatte hinaus strahlt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) errichtet auf seinem etablierten Campus einen neuen modernen Gebäudekomplex für das Institut für Solar-Terrestrische Physik.
Wenn alles nach Plan verläuft, soll dieser Ende 2028 fertiggestellt sein. Die ersten Forscher können dann im Frühjahr 2029 auf dem rund 5.000 Quadratmeter großen Areal einziehen, das für 100 Wissenschaftler und Beschäftigte optimale Bedingungen bietet. Getragen wird der weitere Ausbau des Neustrelitzer Forschungsstandortes - spezialisiert in den Bereichen Weltraumwetter, Satellitendatenempfang, Satellitenfernerkundung, Navigation, maritimer Verkehr und maritime Sicherheit - auch von politischer Seite: Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit einer direkten Förderung von zehn Millionen Euro.
Wenn die Sonne den Alltag bedroht
Was auf den ersten Blick wie ein spezialisierter Forschungsbau für den akademischen Elfenbeinturm wirkt, berührt ein Themenfeld von zunehmend drängender, geopolitischer und wirtschaftlicher Relevanz: das Weltraumwetter. Heftige Sonnenstürme und andere solare Aktivitäten strahlen mit enormer Wucht ins All und können empfindliche Satelliten beschädigen, Navigationssysteme stören, Funkverbindungen kappen oder im schlimmsten Fall großflächig Stromnetze lahmlegen.










