PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsenWegen permanentem Brummton – Windrad wird nach zweieinhalb Jahren abgerissenStand: 01:38 UhrLesedauer: 2 MinutenDas Windrad ist auf einer Anhöhe nahe der Gemeinde Oberwiera im Landkreis Zwickau zu sehen. Inzwischen wurde es abgerissenQuelle: Hendrik Schmidt/dpaDas zehn Millionen Euro teure Windrad war erst Ende 2023 in Betrieb gegangen und galt damals als höchste Windkraftanlage Sachsens. Der Fall gilt als einmalig in Deutschland.Nach massiven Anwohnerbeschwerden wird ein Windrad in Oberwiera (Landkreis Zwickau) nach nur zweieinhalb Jahren abgerissen. Die drei Rotorblätter sind bereits demontiert und per Kran zu Boden gebracht. Nun stehen nur noch der knapp 170 Meter hohe Turm samt Maschinenhaus.Das zehn Millionen Euro teure Windrad war Ende 2023 in Betrieb gegangen und galt damals als höchste Windkraftanlage Sachsens. Doch schon kurz darauf häuften sich Beschwerden von Anwohnern wegen störenden Lärms. Sie beklagten einen permanenten Brummton, den sie mit Turbinengeräuschen von Flugzeugen verglichen. Ein Wechsel des Getriebes brachte keine Besserung. Der Betreiber hat daraufhin mit Hersteller Vestas einen Rückbau vereinbart. Zu den Kosten dafür machen sie keine Angaben.Fall in Oberwiera bisher einmaligDer Fall in Oberwiera gilt als einmalig in Deutschland. Dem Branchenverband BWE sind nach eigener Auskunft keine Fälle bekannt, in denen ein Windrad aus diesem Grund komplett zurückgebaut wurde. Doch auch andernorts wird von ähnlichen Problemen berichtet, so in der Stadt Uhingen in Baden-Württemberg.In Deutschland sind laut BWE fast 30.000 Windräder in Betrieb. Beschwerden über davon ausgehende Störgeräusche kämen sehr selten vor, so der Verband.Lesen Sie auchDer ehrenamtliche Bürgermeister von Oberwiera, Holger Quellmalz (CDU), hatte schon vor dem Abriss Widerstand gegen eventuelle neue Windräder in dem 1.000-Einwohner-Ort angekündigt: „Ich möchte kein Windrad mehr in Oberwiera.“Flügel von Windrad in Nordsee abgebrochenIn einem Offshore-Windpark rund 90 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum ist unterdessen ein Flügel eines Windrads abgebrochen und hat die Schifffahrt vorübergehend gefährdet. Das 20 Meter lange und zwei Meter breite Rotorblatt habe zwischen den Windparks „EnBW Hohe See“ und EnBW „He Dreiht“ wegen seiner Größe und Beschaffenheit ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt dargestellt, teilte die Bundespolizei mit. Es habe knapp unter der Wasseroberfläche getrieben und sei somit schwer erkennbar gewesen.Der Betreiber des Windparks habe die Einsatzkräfte benachrichtigt, nachdem ein Bergungsversuch durch eigene Arbeitsschiffe erfolglos geblieben sei. Ein Schiff der Bundespolizei habe den Schiffsverkehr umgeleitet und vor Ort den in Teile gesägten Flügel an Bord genommen. Die Ursache des Flügelabbruchs sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Auch die Höhe des Schadens sei bisher nicht bekannt.Lesen Sie auchDer Offshore-Windpark „He Dreiht“ des Energieversorgers EnBW soll ab Herbst 2026 mit 64 Windkraftanlagen rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte versorgen. Der Windpark „Hohe See“ ist seit 2019 am Netz.dpa/saha