Es sollte Martin Barrys nächster großer Wurf werden. Ende September 2025 eröffnete der New Yorker Architekt und Stadtplaner nach drei vorangegangenen Food-Hall-Konzepten in Prag sowie dem Manifesto am Potsdamer Platz die neue Kalle Halle auf der namensgebenden Karl-Marx-Straße in Neukölln, nur wenige Minuten vom Rathaus entfernt.Nicht einmal ein Jahr später müssen die Gastronomen jedoch um das Fortbestehen ihrer Geschäfte bangen. Barry hat Insolvenz angemeldet. Und nicht nur das: Der Eigentümer des früheren Karstadt-Gebäudes wirft Barry vor, die wirtschaftliche Schieflage selbst mitverursacht zu haben: Mehr als ein Jahr lang soll er keine Miete gezahlt, trotz Mahnungen offene Forderungen nicht beglichen und Gelder an Gesellschaften innerhalb seiner Unternehmensgruppe weitergeleitet haben.

Streit zwischen Vermieter und Betreiber

Wie die Maruhn Real Estate Investment GmbH (MREI) auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt, hat man das Mietverhältnis ausdrücklich infolge ausbleibender Zahlungen beendet. „Herr Barry hat zwischenzeitlich eingestanden, dass er und seine Gesellschaften bis heute nicht einen einzigen Euro (…) an die Vermieterseite geleistet haben“, sagt Hans Stier, Partner des Unternehmens. Gleichzeitig soll Barry nach Angaben der MREI sechsstellige Beträge an Gesellschaften innerhalb seiner Unternehmensgruppe überwiesen und „großzügig die siebenstelligen Darlehen“ für den Mieterausbau abgerufen haben – ohne diese zurückzuführen oder erstattete Vorsteuerabzüge der Finanzämter an die Vermieter weiterzuleiten.