Es dürfte eine interessante Woche an den Börsen werden. Milde Entspannungssignale in Iran, drei Zentralbankentscheidungen und ein bunter Strauß von Quartalszahlen werfen ihre Schatten voraus.Der Montag begann mit einem leichten Aufatmen an den europäischen Märkten. Die USA hatten angekündigt, ihre Angriffe auf Iran zunächst einzustellen. Im Gegenzug hatte Iran angedeutet, seine Vergeltungsschläge auszusetzen.Der Ölpreis reagierte prompt. Zum Ende der Vorwoche hin kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent noch mehr als 100 Dollar. Nach den Ankündigungen der beiden Kriegsparteien fiel der Preis am Montag zeitweise wieder unter 90 Dollar. Mit den Ankündigungen sind Hoffnungen verbunden, dass sich der globale Ölhandel über die beiden wichtigen Routen der Straße von Hormus und des Roten Meers wieder normalisiert.Anleger schöpfen ZuversichtDer Dax stieg am Montagvormittag zeitweise um mehr als 1,6 Prozent auf rund 25.500 Punkte. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex mit der Marke 25.000 gerungen. Der Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank schrieb in einem Kommentar: „Der Dax profitiert von der Feuerpause – und dem kräftigen Ölpreisrückgang, der damit einhergeht.“ Auch der Gaspreis sank zeitweise um neun Prozent.Die Energiepreise und die damit verbundenen Inflationserwartungen dürften in dieser Woche auch drei große Zentralbanken beschäftigen. Nachdem schon die Europäische Zentralbank in der vergangenen Woche entschieden hatte, ihre Leitzinsen unverändert zu belassen, geben die amerikanische Federal Reserve (Fed), die Bank von England (BoE) und die Bank von Japan (BoJ) jeweils Mittwoch, Donnerstag und Freitag bekannt, wo es mit ihren Zinssätzen hingehen soll.Sorgt die Fed für eine Überraschung?Im Falle der amerikanischen Notenbank wird größtenteils damit gerechnet, dass es auch hier keine Veränderungen geben wird. Der geldpolitische Schlüsselsatz dürfte in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben. Zweifel bleiben jedoch. Der seit Mai amtierende Fed-Chef Kevin Warsh hatte angekündigt, die hohe Teuerung in den Griff bekommen zu wollen. Im Juni war der Verbraucherpreisindex in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,5 Prozent gefallen. Das liegt noch immer weit über der Zielinflationsrate von zwei Prozent.Der Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank schrieb in einem Bericht am Montag, dass an den Terminmärkten trotz aller Erwartungen noch immer die Möglichkeit steigender Fed-Zinsen eingepreist wird. Die Chance stehe bei 34 Prozent, was für einen Zeitpunkt so kurz vor der Entscheidung ungewöhnlich hohe Unsicherheit bedeute. Für das Vereinigte Königreich und Japan erwarten Reid und die Analysten der Deutschen Bank keine Veränderungen ihrer Zinssätze. Sollte die Fed nicht für eine Überraschung sorgen, erwarten die Märkte mit höherer Wahrscheinlichkeit im Herbst die nächsten Zinserhöhungen.Unternehmen geben Aufschluss über ihre KI-WettenNeben der Weltpolitik und den Zentralbanken haben in dieser Woche auch noch die Unternehmen ein Wörtchen an den Börsen mitzureden. Mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon stellen gleich vier Schwergewichte im breiten amerikanischen Index S&P 500 – zusammen macht die Marktkapitalisierung der vier etwa 17 Prozent des Index aus – ihre Halbjahreszahlen vor.Mit den Zahlen der vier Technologieunternehmen werden die Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) auf die Probe gestellt. In der vergangenen Woche hatten Anleger schon Alphabet ihr Misstrauen ausgesprochen, nachdem das Google-Mutterunternehmen angekündigt hatte, seine Investitionen in KI-Bereiche von 195 Milliarden auf 205 Milliarden Dollar zu erhöhen. Alphabet meldete gleichzeitig das erste Mal seit seinem Börsengang vor mehr als 20 Jahren höhere Mittelabflüsse als Zuflüsse innerhalb eines Quartals.S&P 500 auf RichtungssucheUnter Investoren wachsen daher Zweifel, ob sich die immer höheren Ausgaben für KI auch in gleichem Maße in den Unternehmensgewinnen niederschlagen werden. Alphabets Aktienkurs stand am Montag etwa sechs Prozent niedriger als noch vor einer Woche.Unter den vier Schwergewichten, die in dieser Woche über ihre Zahlen berichten, stach zuletzt Apple hervor. Vor zwei Wochen hatte der iPhone-Hersteller sogar dem Halbleiterhersteller Nvidia wieder kurzzeitig den Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen weggeschnappt. Analysten hatten Hoffnungen geschürt, dass Apple – weniger vom Erfolg der KI-Investitionen abhängig als andere Unternehmen an der Spitze der Börsenrangliste – mit seiner Produktpalette im Herbst gute Verkaufserlöse erzielen könnte. Mittlerweile ist Nvidia aber wieder an Apple vorbeigezogen.Insgesamt ist der S&P in ähnlicher Weise auf Richtungssuche wie etwa der Dax. Auf Monatssicht hat sich der Index nur wenig bewegt. Im Vergleich zu Ende Juni steht er etwa 0,7 Prozent höher.
Dax und Co. profitieren von Feuerpause im Iran
Schon kleine Entspannungssignale in der Weltpolitik bewegen zu Beginn der Woche die Kurse. Die weitere Richtung dürfte aber von den Zentralbanken und Unternehmensgewinnen abhängen.







