Karriere & HochSchuleFAZ+Wissenschaftsfreiheit : Der Bumerang der AgendawissenschaftGastbeitragVon Geert Keil27.07.2026, 14:48Lesezeit: 9 Min.Die Wertgebundenheit der Erkenntnis ist kein Freifahrtschein für politischen Aktivismus. In der Wissenschaft reicht es nicht, das Herz am vermeintlich richtigen Fleck zu haben.„Wenn wir am Ruder sind: Wir schmeißen diese Professoren raus!“ Das hat Alice Weidel 2025 auf dem Bundesparteitag ihrer Partei unter großem Beifall in den Saal gerufen – ungegendert, aber die Professorinnen dürfen sich mitgemeint fühlen. So einfach wird es mit dem Rausschmeißen nicht gehen, selbst wenn die AfD das Ruder in die Hand bekommt, dafür fehlen die Durchgriffsrechte. Der eigentliche Hebel der politischen Steuerung ist die staatliche Forschungsfinanzierung. Vor diesem Hintergrund wird derzeit an allen Ecken und Enden des Wissenschaftssystems überlegt, wie sich die Wissenschaft gegenüber einer möglichen Regierungsübernahme einer wissenschaftsfeindlichen Partei „resilient machen“ lasse. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hat jüngst ihr Einstimmigkeitsregeln geändert, um ihre Beschlüsse gegen die Obstruktion einzelner Bundesländer abzusichern.

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