Der Präsident des Internationalen Fußballverbandes (FIFA), Gianni Infantino, hat seine Kritiker nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft scharf angegriffen. In einem 15-teiligen Beitrag auf Instagram warf er ihnen vor, „zu spalten“ und „Hass und falsche Gerüchte zu verbreiten“. Welche „falschen Gerüchte“ das seien, schrieb Infantino nicht.Insgesamt ist der Beitrag eine Gegenüberstellung der Arbeit Infantinos und seines Verbands mit der von kritischen Beobachtern und Journalisten: Hier der Verband, der „die herausragendste FIFA-Weltmeisterschaft auf die Beine gestellt“ habe, dort die Menschen „hinter ihren Stiften und Papieren, hinter ihren Bildschirmen“. „Während ihr spaltet, vereinen wir“, schrieb Infantino.„Nur Freude, Emotionen, Glück, Einheit“Nun warf Infantino den nicht konkret genannten Adressaten seines Posts vor, die angeblich „wenigen Menschen, denen ein Visum verweigert wurde“, zu erwähnen, aber die „Millionen zu übersehen“, denen Visa erteilt worden seien. Die WM habe „die Menschheit auf ihre beste Art und Weise gefeiert“, in seinen Augen ist sie ein größtmöglicher Erfolg: „null Zwischenfälle, null Feindseligkeiten, null Gewalt, nur Freude, Emotionen, Glück, Einheit und Zusammengehörigkeit“, schrieb er über das von Kontroversen und Eklats begleitete Turnier. Die beteiligten Regierungen und vor allem seine eigene Organisation lobt er sehr: „Wir stehen an vorderster Front, organisieren, arbeiten hart und sorgen für die beste Show der Welt.“Man habe außerdem „unermüdlich gearbeitet, um zwei Länder im Krieg zu vereinen“ schrieb Infantino und betonte, dass Irans Nationalteam „ohne Zwischenfall oder Konflikt“ in die Vereinigten Staaten gereist sei. Dass ebenjenes Team vor jedem Spiel aus Mexiko einreisen und nach den Spielen direkt wieder ausreisen musste, Berichten der „New York Times“ zufolge sehr wohl begleitet von „Zwischenfällen“ wie Schikanen bei der Grenzkontrolle, erwähnte er nicht. Irans Nationalspieler hatten während der WM immer wieder über die ungleichen Bedingungen geklagt.Auch gegen die Kritik an manchen Schiedsrichterentscheidungen wehrte sich Infantino, er spielte dabei auch auf die aufgehobene Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun an: Umstrittene Entscheidungen sowie möglicherweise fälschlich gegebene gelbe und rote Karten, die später korrigiert würden, seien auch in den weltweit größten Ligen „Routine“, behauptete er. In der Bundesliga werden Sperren nur sehr selten aufgehoben. Auf den Anruf Donald Trumps und die demnach mindestens versuchte politische Einflussnahme auf die FIFA ging er nicht ein.Seinen Kritikern empfahl Infantino, „nachzudenken, zu meditieren, zu beten oder ein Fußballspiel anzuschauen und die Gesichter, die Augen und die Emotionen wirklich zu betrachten“.