Wer hat, der kann. Das Werbebanner am Zaun des Müggelseedamms 172 in Berlin-Friedrichshagen fiel gewaltig aus. Zu sehen waren auf schätzungsweise neun Metern Breite acht riesige Medaillen und die Aufschrift „Sommerfest, 50 Jahre Gold – Silber – Bronze, Olympische und Paralympische Spiele“.Der Bereich vor dem Vereinsheim des Yacht-Clubs Berlin-Grünau, der bis 1995 als Segel-Abteilung zum Sportclub Berlin-Grünau gehörte, war am Wochenende zurecht mit einem langen roten Teppich ausgelegt worden. Viele der über 100 Gäste hatten den rund 250 Mitglieder starken Club in den vergangenen Jahrzehnten als Segler, Trainer oder Betreuer bei Olympischen oder Paralympischen Spielen aktiv vertreten.

1976 stellt der Verein die gesamte DDR-Mannschaft

Das würdigte auch Reinhard Hübner, der 1. Vorsitzende des Klubs in seinem Anfangsstatement auf der dicht gefüllten Terrasse des Vereinsheims am Ufer der Spree. „Wenn wir hier zusammenkommen, dann tun wir das nicht nur, um Zahlen zu feiern. Wir feiern Lebenswege, Schweiß, Leidenschaft, eiserne Disziplin und den unbändigen Willen, sich auf dem Wasser mit den Besten der Welt zu messen“, sagte Hübner. „In der Geschichte dieses Segelclubs haben sage und schreibe 51 Sportlerinnen und Sportler die olympischen und paralympischen Bühnen der Welt betreten. Gerne denken wir an das Jahr 1976 zurück, als unser Klub die gesamte Segel-Olympia-Mannschaft der DDR stellte.“Hübner bezeichnete dies als historischen Meilenstein, der die Grundlage für eine beispiellose Tradition legte. Man habe miterleben dürfen, wie Legenden in den Reihen des Clubs heranwuchsen. Stellvertretend nannte Hübner den dreifachen Olympiasieger und späteren Amerikas-Cup-Gewinner Jochen Schümann sowie Jens Kroker, der unvergessliche Paralympische Gold- und Silbermomente bescherte. „Sie sind fest in der DNA unseres Clubs verankert. Alle der 51 Segler haben den Yacht-Club Berlin-Grünau und den Vorgänger SC Berlin-Grünau zu einer weltweiten Marke im Segelsport gemacht“, so Hübner. „Doch hinter jedem dieser Namen stehen Trainer, die Talente geformt haben, Familien, die den Sportlern den Rücken freigehalten haben – und ein ganzer Club, der bis heute den Wind in den Segeln unserer Jugend bedeutet.“