Das Prinzip ist richtig, der Karlsruher Fall aber noch nie vorgekommen und Ausdruck der Tatsache, dass Gleichstellung für die CDU überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wechseln zum Beispiel Ministerien die Farbe, werden Spitzenbeamt:innen durchaus immer wieder ausgetauscht. Das Regierungspräsidium in Karlsruhe ist aber schwarz geblieben. Im Nachhinein erlauben sich Männer nun, sogar eine angebliche Unzufriedenheit mit der Ex-Regierungspräsidentin zu konstruieren, von der bisher noch nie die Rede war. Leser:innen-Briefe und E-Mails zeugen nicht nur vom positiven Echo auf Felders Arbeit, sondern auch vom Unverständnis für Hagel. Ein Kommentator aus der Karlsruher Nordstadt schlägt sogar vor, sie zur Ehrenbürgerin zu machen, denn: "Der Umgang des neuen Innenministers Manuel Hagel mit seiner Partei-Freundin (?) Sylvia Felder ist absolut indiskutabel, eine Regierungspräsidentin, die ihr Amt gewissenhaft, kompetent und bürgernah ausübte, kommentarlos abzuservieren, lässt von der Amtsführung des neuen Ministers nichts Gutes erwarten."

Massiv kritisiert wird sogar an der CDU-Basis das Fehlen einer Begründung für den Rausschmiss. Ihr selbst wurde ebenso keine vorgetragen. Weder der Überbringer der bösen Botschaft Justizminister Moritz Oppelt (CDU), noch Innenminister Hagel selbst wollten Stellung beziehen. Inhaltlich wurde schon gar nicht argumentiert. Die Funktionsfähigkeit der Behörde mit 1.800 Mitarbeitenden spielte keine Rolle, denn dann hätte der Umstand bedacht werden müssen, dass Föhrs Stellvertreter Peter Hahn das Regierungspräsidium ebenfalls noch kaum kennt, weil er kein halbes Jahr im Amt ist. Und die Tatsache, dass zwei Spitzenbeamtinnen – Felders pensionierte Vize war eine Frau – durch zwei Männer ersetzt wurden, ist in der CDU-Welt nicht von Interesse