Vom schmutzigen Trick zur höchsten Konzentration: Was plötzlich alles möglich ist und ausprobiert wird, wenn eine Niederlage droht.

Wenn alles gefordert ist: Hugo Calderano aus Brasilien

Childs/reuters

S prechen wir einmal über etwas anderes, sprechen wir über Matchbälle. Neulich habe ich mir auf Youtube den Turnierverlauf von Angie Kerber hin zu ihrem ersten Triumph in Melbourne angesehen. Ich gebe zu, ich war Fan. Und ja, wir reden über Tennis, aber das ist ja, wie wir mit der Comicfigur Ali G mit Recht finden, auch nur „so eine Art beschissene Version von Tischtennis“.

Kerbers Spezialschlag war die hingekniete Vorhand aus bedrängter Lage, dazu war sie eine Kampfsau und holte die unmöglichsten Winkel aus ihrer Bratpfanne, wenn die Situation es erforderte. In der ersten Runde der Australian Open 2016 stand sie am Rande einer Niederlage, sie musste gegen die Japanerin Misaki Doi sogar einen Matchball abwehren. Doch am Ende gewann sie und in Folge das ganze Turnier. Aber es hätte auch anders laufen können und Angie Kerber hätte schon früh mit beiden Beinen im Flieger sitzen können.