Flüsse waren lange die Rückseiten der Städte. Orte für Handel, Industrie und Lagerflächen – weniger für Begegnungen. Erst in den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Blick verändert: Viele Städte entdecken ihre Ufer heute neu und machen ehemalige Arbeitsräume zu Lebensräumen. Auch an der Elbe in Magdeburg lässt sich dieser Wandel beobachten. Wo früher vor allem Schiffe, Häfen und Industrieanlagen den Rhythmus bestimmten, sitzen heute Menschen mit Getränken in der Hand, hören Musik und blicken auf die Silhouette der Stadt.
Einmal im Jahr, mitten im Hochsommer, wird dieser Wandel besonders sichtbar: Bei Riverside at Night verwandelt sich das Elbufer in eine kilometerlange Flanier- und Feiermeile. Die Musik zieht sich dabei wie ein leuchtendes Band durch die Stadt: Sie nimmt ihren Anfang im geschichtsträchtigen Norden am Wissenschaftshafen, führt vorbei an der futuristischen, frisch sanierten Hyparschale im Stadtpark und reicht flussabwärts bis zu den lebendigen Promenaden und dem gemütlichen Mückenwirt im Süden. Verbunden werden die Stationen nicht nur durch Wege am Ufer, sondern auch durch Fähre und Flotte, die an diesem Abend den Wechsel zwischen den Elbseiten ermöglichen.
Für Hardy Puls, Geschäftsführer der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT), steht das Riverside, wie die Magdeburger es nennen, deshalb für mehr als eine Sommerveranstaltung. „Für mich steht das sinnbildlich dafür, dass wir als Stadtgesellschaft den Fluss so ein Stück weit zurückholen und eben erschließen – touristisch erschließen, freizeittechnisch erschließen, gastronomisch erschließen“, sagt er.












