Die Zahl der Beschwerden über die Polizei in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2025 registrierten die Meldestellen des Innenministeriums insgesamt 1.042 Bürgerbeschwerden über das Vorgehen von Beamten im Dienst. Das sind 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als 882 Fälle gezählt wurden. Es ist der bisherige Höchststand seit Beginn der Erfassung.
Doch die reine Zahl erzählt nur die halbe Geschichte. Denn nach Prüfung erwiesen sich die meisten Beschwerden als unbegründet. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) will nach eigenen Angaben trotzdem jede einzelne ernst nehmen. Was hinter dem Anstieg steckt und warum mehr Beschwerden nicht mehr Fehlverhalten bedeuten – ein Überblick.
Wie viele Beschwerden waren tatsächlich berechtigt?
Die entscheidende Zahl steckt nicht in der Gesamtsumme, sondern in der Auswertung. Von den 2025 abschließend geprüften Beschwerdepunkten erwiesen sich nur 94 als berechtigt. Im Jahr zuvor waren es noch 129 gewesen.
Damit lag die sogenannte Berechtigungsquote 2025 bei nur 8,31 Prozent – deutlich unter dem Wert von 2024 (12,19 Prozent) und auch unter den Vorjahren. Anders gesagt: Trotz mehr Beschwerden wurde in weniger Fällen ein tatsächliches Fehlverhalten festgestellt.







