China im KI- und Kimi-K3-Fieber: Das Startup Moonshot AI will noch in diesem Jahr an die BörseDer Launch des KI-Modells Kimi K3 versetzte die internationale Tech-Welt in Aufregung. Wer steckt hinter dem Unternehmen aus Peking? Und was hat das mit der Rockband Pink Floyd zu tun?27.07.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenDie KI-Anwendung Kimi K3 des Startups Moonshot AI kommt nah an die Leistungsfähigkeit der besten amerikanischen Modelle heran.EPADie jüngsten Erfolge der chinesischen Techfirmen sagen viel über die Entwicklung der chinesischen Universitäten aus. Die Zhejiang University im ostchinesischen Hangzhou oder die Tsinghua University in Peking sind nicht mehr nur ausgezeichnete Lehranstalten, die es problemlos mit amerikanischen Spitzenhochschulen aufnehmen können, sondern auch Brutstätten der neuen chinesischen Tech-Elite.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dass Peking während der vergangenen Jahrzehnte dreistellige Milliarden-Dollar-Beträge in die Modernisierung des Bildungssystems investiert hat, zahlt sich jetzt aus.Die vier Gründer des KI-Startups Moonshot AI etwa haben ihre Abschlüsse in Computerwissenschaften an der Pekinger Tsinghua University gemacht. Vor zehn Tagen lancierten sie ihr KI-Modell Kimi K3 und sendeten damit Schockwellen durch die internationale Tech-Welt.Das Modell der chinesischen Tüftler ist mit 2,8 Billionen Parametern das grösste der Welt und kommt bei der Qualität nah an die besten KI-Anwendungen der amerikanischen Konkurrenten Anthropic und Open AI heran. Jetzt wollen die vier jungen Männer noch höher hinaus.Eine Bewertung von 50 Milliarden DollarNachdem Moonshot AI in den vergangenen Monaten eine Finanzierungsrunde nach der anderen abschliessen konnte – inzwischen wird es mit 50 Milliarden Dollar bewertet –, will das Startup, das 300 Mitarbeiter beschäftigt, noch in diesem Jahr an die Hongkonger Börse. Gespräche mit möglichen Investoren sollen bereits im August beginnen.Der führende Kopf hinter Moonshot AI ist Yang Zhilin aus Shantou in der chinesischen Südprovinz Guangdong. Der inzwischen 33-Jährige schaffte es an die Pekinger Elitehochschule, nachdem er bei der sogenannten Jugend-Olympiade für Informatik in Guangdong den ersten Platz belegt hatte. Yang studierte bei Chinas renommiertestem KI-Forscher, Tang Jie. Tang ist Gründer des börsenkotierten KI-Startups Z.ai.Der Gründer Yang Zhilin ist nicht nur ein Tech-Freak, sondern auch ein Fan der Rockband Pink Floyd.ImagoNach seinem Abschluss wechselte Yang Zhilin an die Carnegie Mellon University im amerikanischen Pittsburgh. Dort machte er ein Doktorat, in den Jahren danach arbeitete er bei den US-Tech-Riesen Meta und Google. Dort wirkte er an der Entwicklung der KI-Anwendung Google Gemini mit. Dass die amerikanischen Konzerne dem jungen Chinesen damit zumindest einen Teil des Rüstzeugs für die Entwicklung von Kimi K3 vermittelten, dürfte dem US-Präsidenten Donald Trump nicht gefallen.«The dark side of the moon»Vor dreieinhalb Jahren gründete Yang Zhilin schliesslich zusammen mit seinen ehemaligen Tsinghua-Kommilitonen Zhang Yutao, Zhou Xinyu und Wu Yuxin Moonshot AI. Doch die Tüftler sind nicht nur begnadete Tech-Freaks, sondern auch Liebhaber der Rockmusik. Zu seiner Zeit an der Tsinghua University gründete Yang, ein bekennender Fan von Pink Floyd, die Band Splay. Yang Zhilin war der Schlagzeuger, Wu Yuxin spielte die Leadgitarre.Die Band Pink Floyd inspirierte Yang auch bei der Suche nach einem Namen für sein KI-Startup. Wörtlich ins Englische übersetzt lautet der chinesische Firmenname «Yue zhi an mian» nämlich nicht «Moonshot», sondern «The dark side of the moon», nach einem der bekanntesten Pink-Floyd-Alben.Auch die Firmenzentrale des Startups in Peking spiegelt die Liebe des Gründers zur westlichen Rockmusik. Die Besprechungsräume tragen die Namen der Grossen der Zunft: The Beatles, Coldplay, David Bowie, Pink Floyd und Bob Dylan.Zahlreiche staatliche InvestorenDie Eigentümerstruktur von Moonshot AI ist hingegen Ausdruck der staatlich gesteuerten Strategie, den USA, der noch amtierenden Technologiemacht Nummer eins, den Rang abzulaufen.Neben mehreren chinesischen VC-Firmen und den Technologiekonzernen Alibaba und Tencent haben sich der staatseigene Telekomanbieter China Mobile, der Investmentfonds der Stadt Shenzhen und der staatliche Sozialversicherungsfonds an Moonshot AI beteiligt.Der technologische Erfolg und der vermutlich spektakuläre Börsengang in Hongkong können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Moonshot AI schon bald zwischen die Fronten der amerikanisch-chinesischen Tech-Rivalität geraten könnte.Besucher am Stand für Moonshots Kimi K3 während der World AI Conference in Shanghai, Freitag, 17. Juli 2026. (AP Foto/Ng Han Guan) China KI-Modell / China KI-Modell.
China im KI-Rausch: Moonshot AI plant Börsengang noch dieses Jahr
Der Launch des KI-Modells Kimi K3 versetzte die internationale Tech-Welt in Aufregung. Wer steckt hinter dem Unternehmen aus Peking? Und was hat das mit der Rockband Pink Floyd zu tun?
Moonshot AI lanciert Kimi K3 (2,8 Billionen Parameter, weltweit grösstes), 50-Mrd.-Valuation, Hongkong-IPO 2026. Chinas KI-Offensive konkurriert frontal mit OpenAI/Anthropic; Trump-Blockaden auf Nvidia-Chips und Marktrestriktionen zwingen Tech-Manager, Geopolitik-Risiken in Foundation-Model-Strategie einzukalkulieren.








