»Ich habe so eine Art graues, flauschiges Wesen gesehen, das die Form einer Kugel hatte mit sehr langen Beinen«, so beschreibt es Kiana Hall. Sie filmte das »Wesen« Mitte Juli in Ballard, einem Stadtteil im Nordwesten von Seattle, taufte es »Jimothy« und veröffentlichte den kurzen Clip online. Er ging viral. Am Sonntag organisierte die Stadt nun eine Veranstaltung zu Ehren von »Jimothy«. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um einen Waschbären handelt, der eine gestauchte Wirbelsäule und daher einen extrem kurzen Körper hat (das sogenannte Short-Spine-Syndrom). In Ballard kamen Medienberichten zufolge nun Hunderte Anwohnerinnen und Anwohner zusammen, um ihren Internethelden zu feiern. Dabei traten auch Politiker auf, darunter Stadträtin Alexis Mercedes Rinck. Der Lokalsender Fox 13 Seattle zitiert sie mit den Worten: »Im Namen meines Büros und des Büros von Stadtrat Dan Strauss erkläre ich den Sommer 2026 offiziell zum Jimothy-Sommer.«
Die Begeisterung für den Waschbären spiegele den einzigartigen Geist und die Identität der Stadt wider, so Rinck. »Unsere Kultur baut auf unseren Eigenarten und solchen seltsamen Dingen auf, und das zeigt wirklich, was Seattle meiner Meinung nach so besonders macht.«Bei der Veranstaltung wurden den Berichten zufolge auch Werke lokaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert , die dem Tier gewidmete Kunstwerke geschaffen hatten. Darunter seien etwa eine Buntglasinstallation namens »Saint Jimothy«, Kunstwerke aus Kfz-Kennzeichen sowie eine Pappmaché-Statue mit dem Namen »Jimo-ché«. Die Künstlerin Kayla Carabes schuf dem Lokalsender zufolge ein preisgekröntes Gemälde des Waschbären, das bald im Rathaus ausgestellt werden soll. Sie sagte: »Es ist interessant, dass Jimothy gar nicht weiß, was hier alles vor sich geht, aber trotzdem so geliebt wird.«












