Polens rechte Partei „Recht und Gerechtigkeit“ fällt auseinander. Für ihren Absturz sind nicht ihre wichtigsten Siege verantwortlich.

Nicht Mitglied aber überholt die rechte PiS-Partei gerne mal von rechtsaußen: Polens Präsident Karol Nawrocki

Yves Herman/ Reuters

D ie Spaltung der rechtsnationalen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) in Polen kommt nicht von ungefähr. Paradoxerweise begann der Absturz der einst mächtigen Partei mit zwei Wahlsiegen: 2023 hatte die PiS die Parlamentswahlen gewonnen, war aber unfähig, eine Koalition zu bilden und drückt seitdem die Oppositionsbank.

2025 wiederum gewann mit Karol Nawrocki ein PiS-Kandidat mit knapper Mehrheit die Präsidentschaftswahlen, ohne aber je Parteimitglied gewesen zu sein. Anders als sein Vorgänger Andrzej Duda, der seine Karriere in der PiS begonnen hatte, ist Nawrocki nicht bedingungslos Partei-loyal. Als ehemaliger Türsteher, Boxer und Fussball-Hooligan mit Kontakten ins Rotlichtmilieu überholt er den PiS-Parteichef Jarosław Kaczyński gerne einmal rechtsaußen. Kaczyński muss dann in den sauren Apfel beißen und die Rechtsaußen-Politik Nawrockis mittragen.