PfadnavigationHomeSportFußballNationalmannschaftWas ändert Klopp? Schon beim BVB und in Liverpool war seine Spielidee größer als NamenStand: 14:50 UhrLesedauer: 3 MinutenJürgen Klopp ist offiziell als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. „Er ist einfach einer, der es versteht, Menschen mitzureißen, Menschen zu begeistern“, sagt BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel.Jürgen Klopp wird das Gesicht der Nationalmannschaft verändern. Dass er sein Spielsystem über vermeintlich große Namen stellt, bewies er bereits beim BVB und in Liverpool.Jürgen Klopp bleiben noch 60 Tage bis zu seinem ersten Spiel als Bundestrainer. Am 24. September gibt er bei der deutschen Nationalmannschaft beim Spiel in Amsterdam gegen die Niederlande sein Debüt. Nach dem blamablen Aus im Sechzehntelfinale bei der Weltmeisterschaft wird die Nationalelf unter Klopp ein anderes Gesicht bekommen. Klopp ließ sich noch nicht in die Karten blicken, wie das Team unter ihm aussehen wird. Dafür ist die Zeit bis zu seinem ersten Länderspiel auch noch zu lang. Aber der 59-Jährige machte klar, dass er nichts beim Alten lassen wird. „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern. Ich habe eine Liste von Namen mit Spielern angefertigt, die mich interessieren. Darunter sind derzeit 57 Feldspieler. Wir hatten viele gute Spieler bei der WM dabei, die aber nicht gut gespielt haben. Es ist gerade alles andere als alles schlecht, aber es ist verbesserungswürdig. Jeder, der berechtigt ist, für Deutschland zu spielen, sollte sich Mühe geben, weil ich genau hingucken werde“, sagte Klopp.Klopp setzte beim BVB den Topstürmer auf die BankKlopp wird jungen Spielern, die noch gar nicht damit rechnen, Chancen geben. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass er auf Spieler, die in den vergangenen Jahren zum Kreis der Nationalmannschaft gehörten, verzichten wird. Dass er dabei keine Angst vor vermeintlich großen Namen hat, bewies Klopp bei seinen Amtsantritten in Dortmund und Liverpool.Klopp wechselte 2008 aus Mainz nach Dortmund und setzte beim BVB mit einer Personalie ein Zeichen. Alexander Frei passte offensichtlich nicht in das taktische Konzept des neuen BVB-Trainers. Klopp setzte in seiner ersten Saison bei der Borussia auf ein aggressives Pressing, das laufstarke Spieler erforderte. Nicht nur im Mittelfeld, sondern auch schon in der vordersten Sturmreihe. Lesen Sie auchDeswegen setzte Klopp den Schweizer, der in den beiden vorherigen Spielzeiten in 45 Partien 22 Tore erzielt hatte, zumeist auf die Bank. Sehr zum Ärger des bei den Fans ausgesprochen beliebten Freis. Klopp machte klar, wer das Sagen hat – der Trainer und nicht der Spieler. „Es brodelt nicht zwischen Alex und mir“, sagte Klopp damals: „Es ist einfach so, wie es ist, wenn ein Spieler gern spielen möchte, und ihn der Trainer nicht genauso oft aufstellt.“ Immerhin sei das Verhältnis schon einmal besser gewesen. Wenn es bei den Spielern „Trainer-Hitlisten“ geben würde, dann dürfte er auf der von Frei keinen Spitzenplatz einnehmen: „Mal steht man oben und mal weiter unten.“ Frei verließ den BVB nach der Saison und wechselte in seine Heimat zum FC Basel.Bevor Klopp seine Arbeit in Dortmund aufnahm, hatte der technisch hochbegabte Mladen Petric den Klub in Richtung HSV verlassen. Auch ein Spieler, der nicht als Laufwunder galt. Klopp legte zumindest kein Veto ein und holte im Gegenzug Mohamed Zidan, den er schon aus seiner Mainzer Zeit kannte, aus Hamburg zur Borussia.19 Abgänge in LiverpoolDer Erfolg gab Klopp recht. Er führte den BVB zwei Jahre nach seinem Amtsantritt zur Meisterschaft und verteidigte den Titel in der folgenden Saison. 2015 wechselte Klopp zum FC Liverpool. Der Deutsche übernahm den englischen Traditionsklub im Herbst, nachdem sich Liverpool von Brendan Rodgers getrennt hatte. Klopp musste damals mit einem Kader, den er nicht zusammengestellt hatte, arbeiten. Er führte die Mannschaft auf den achten Platz und konnte dann den Kader nach seinen Vorstellungen zusammenstellen.Auch in Liverpool nahm er auf große Namen keine Rücksicht. In der ersten Transferperiode unter seiner Ägide mussten gleich 19 Spieler den Klub verlassen oder wurden ausgeliehen. Darunter so klangvolle Namen wie Mario Balotelli, Christian Benteke oder Luis Alberto. Es war der Beginn des Kader-Umbaus, der 2019 im Champions-League-Triumph und ein Jahr später in der englischen Meisterschaft mündete.
Nationalmannschaft: Was ändert Klopp? Schon beim BVB und in Liverpool war seine Spielidee größer als Namen - WELT
Jürgen Klopp wird das Gesicht der Nationalmannschaft verändern. Dass er sein Spielsystem über vermeintlich große Namen stellt, bewies er bereits beim BVB und in Liverpool.















