Viele historische Schriften hat Florian Illies zu Rate gezogen, als er sein Buch über Johannes Kunckel, den „Alchemisten von der Pfaueninsel“, schrieb. Er suchte Museen auf und betrachtete die vermutlich und die gesichert von Kunckel stammenden Objekte. Kunckel (1635–1703) war ein Handwerker mit beträchtlichen Kenntnissen in der Chemie. Sein Name ist verbunden mit farbig funkelnden Gläsern. Die waren so besonders, dass seine Dienstherren sich damit abfanden, dass er nicht in der Lage war, Gold herzustellen.„Träume aus Feuer“ heißt das Buch. Der Titel greift die erforderlichen Temperaturen für die Produktion von Glas auf, das Rubinrot, mit dem Kunckels Gefäße beeindruckten, und enthält auch die Gefahren, denen Illies’ Held ausgesetzt war. Die Kapitelüberschriften im der biografischen Erzählung vorangestellten Inhaltsverzeichnis lauten: Kalt, Wärmer, Warm, Heiß, Zu heiß. Man kennt diese Reihung auch aus einem für Kinder spannenden Suchspiel; eine aufregende Geschichte wird hier auch erzählt.

Die Pfaueninsel als Geschenk

Am Ende des Bandes stehen die Lebensdaten Kunckels noch einmal aufgelistet, man findet wieder, was der Autor in den Text gewoben hat: 1678 kam der Glasmacher nach Stationen in Dresden und Wittenberg an den Hof des Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm. Zunächst übernahm er eine Glashütte in Potsdam-Drewitz. Am 27. Oktober 1685 schenkte der Große Kurfürst Johannes Kunckel die Pfaueninsel und gestattete ihm zudem das Recht zum Brauen von Bier und Branntwein sowie für den Bau einer Windmühle auf der Insel.