Stand: 25.07.2026 • 16:34 Uhr
In vielen Gefängnissen wird es eng. Die Anstalten sind teils fast vollständig ausgelastet. Es fehlt an Haftplätzen. Die in die Jahre gekommenen Anstalten müssen um- oder neugebaut werden. So wie Teile der JVA Tegel in Berlin
Olaf Heischel ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Berliner Vollzugsbeirats. Das unabhängige Gremium berät und kontrolliert die Arbeit des Berliner Strafvollzugs. Schon seit Längerem beobachtet der Rechtsanwalt im Ruhestand, wie die Häftlingszahlen in der Hauptstadt leicht ansteigen. "In den meisten Gefängnissen liegt die Auslastung bei rund 90 bis 95 Prozent, was bisher unproblematisch ist. Kritisch ist aber die Untersuchungshaft für Männer in der JVA Moabit. Dort sind es aktuell knapp 100 Prozent", so der Jurist.
Das Problem: Gefangene bei Konflikten voneinander zu trennen, sei ab einer Auslastung von 95 Prozent schwierig, weil es kaum noch Freiraum in anderen Bereichen zum Verlegen gebe. "Diese Situation verschärft subkulturelle Konflikte und fördert Gewalt", warnt Heischel. Resozialisierung werde erschwert.
Die Berliner Senatsverwaltung für Justiz bestätigt für die JVA Moabit eine Auslastung von derzeit 99 Prozent. Aufgrund einer kurzfristig hohen Anzahl an Aufnahmen könne es dort punktuell zu Belegungsspitzen kommen. In solchen Fällen greife ein strukturiertes und bewährtes Verfahren der Verlegung auf andere Gefängnisse, heißt es weiter.











