Nach anhaltenden Protesten hat sich Indiens Bildungsminister Dharmendra Pradhan dem Druck der »Kakerlaken-Bewegung« gebeugt und ist zurückgetreten. Er habe großen Respekt vor den berechtigten Erwartungen der Jugend dieses Landes, schrieb Pradhan auf X. Er habe dem Premierminister sein Rücktrittsgesuch übersandt.Der Schritt war eine Kernforderung der jungen »Kakerlaken-Volkspartei« und ihrer Anhänger. Sie hatten darauf gedrängt, dass der Minister die politische Verantwortung für einen Skandal um geleakte Dokumente einer Hochschulzugangsprüfung übernimmt: Aufgaben aus einem medizinischen Aufnahmetest waren vorab bekannt geworden. Mehr als zwei Millionen Bewerber mussten die Prüfung deshalb wiederholen. Zusätzlichen Unmut lösten Fehler bei der Onlinebewertung der Prüfungen von fast zwei Millionen Schülerinnen und Schülern aus.Was mit Kakerlaken-Memes und Witzen im Internet begann, wurde schnell ernst. Denn Indien bringt zwar jedes Jahr Millionen Akademiker hervor, aber kann ihnen kaum Arbeit und Perspektiven bieten: Fast 40 Prozent der unter 30-Jährigen mit Hochschulabschluss finden keinen festen Job. Längst fordert die Bewegung auch mehr Arbeitsplätze und Chancen für junge Menschen und kritisiert den Regierungsstil von Premierminister Narendra Modi als zunehmend autoritär.