Brutal

Eine Berliner Influencerin plakatiert ihren OnlyFans-Account im Dorf ihres Ex-Partners. Der ruft das Jugendamt. Die gemeinsame Tochter ist zehn. Eine Medienkritik.

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Die Gartenzäune in dem kleinen Ort in Brandenburg tragen Schilder mit „Warnung vor dem Hunde“. Auf den Fensterbänken im Erdgeschoss stehen Blumenkästen mit Geranien, die Sorte, die alles überlebt. Die Hecken sind geschnitten, die Einfahrten gefegt, und an der Durchgangsstraße hängt seit kurzem das überlebensgroße Gesicht einer Frau, die hier kein Mensch kennt.

Anne Wünsche, 34, Influencerin, dreifache Mutter, hat im Dorf ihres Ex-Partners Henning Merten mehrere XXL-Plakate aufhängen lassen. Darauf: sie selbst. Dazu ein QR-Code. Wer ihn scannt, landet auf ihrem OnlyFans-Account, einer Plattform, die überwiegend für erotische Inhalte genutzt wird. Dort verkauft Wünsche unter anderem Nacktbilder. Die Plakate hängen dort, wo die gemeinsame zehnjährige Tochter Juna zur Schule geht. Wo deren Freundinnen wohnen. Wo deren Eltern morgens die Brötchen holen.